Vine Marketing für Unternehmen.

Vine Marketing: So punktet Ihr Unternehmen mit Vine-Videos

Visuelle Inhalte liegen in der Online-Kommunikation und gerade im Social Media Marketing absolut im Trend. Die Ursachen sind so einfach wie erfolgsversprechend. Ob nun als stylische, mit Filtern verfeinerte Momentaufnahme auf Instagram oder in Form eines YouTube-Videos – Visual Content wirkt unmittelbar auf unsere Emotionen.

In den USA hat sich die Video Sharing App namens Vine (= Video Network) zu einem regelrechten Phänomen der Popkultur und Kreativität entwickelt: Stars wie Justin Timberlake oder Beyoncé sind aktive Viner, Influencer verdienen durch ihre Aktivität auf dem sozialen Netzwerk sechsstellige Summen pro Jahr. 1,5 Milliarden Videos werden täglich abgespielt. Wie können sechs Sekunden lange Videos in einer kontinuierlichen Wiederholung (Loop) solche Reaktionen auslösen? Was steckt genau dahinter? Gibt es in Deutschland eine ähnliche Vine-Begeisterung?

Und vor allem: Wie kann Ihr Unternehmen dort punkten und zielführendes Marketing betreiben? Diesen und weiteren Fragen gehen wir in der nun folgenden Rundreise durch die faszinierende Vine-Welt nach.

 

Als kleine Einstimmung und Wegesnahrung hier ein erstes Beispiel für Vine Marketing. Dieser tapfere Oreo-Keks verdient Hochachtung!

Wie ist Vine eigentlich aufgebaut?

Jedes Social Network hat seine eigenen Charakteristika, aber zum Einstieg hilft bekanntlich oft das Vertraute. So ist es auch bei Vine: Wenn Sie sich ein wenig mit anderen sozialen Netzwerken auskennen, dürften Sie sich sehr schnell zurechtfinden. Es wird nicht lange dauern und schon bewegen Sie sich intuitiv durch die kreativ-bunte Welt des Netzwerks.

Wenn Ihnen ein Vine-Video gefällt, klicken Sie einfach auf den Smiley, um es zu „liken“. Zusätzlich bestehen die Optionen des „Revines“ (der Retweet lässt grüßen!), Kommentierens, Teilens (über Twitter, Facebook) und Einbettens.

Vine-Bedienung: So funktioniert Vine.

Wenn Sie „Share“ (= Teilen) aufrufen, erscheint im unteren Teil der Vine-Ansicht folgender Bereich:

Vine-Sharing

Aus der App heraus können Sie Vines per Twitter und Facebook teilen. Daneben bestehen noch folgende Möglichkeiten: Angabe der URL, Video Message (vergleichbar mit einer Twitter-Direktnachricht) und eine Einbettungsfunktion. Grundsätzlich zeichnet sich Vine bereits hier durch eine leichte Bedienbarkeit aus.

Dies beginnt übrigens bereits bei der Anmeldung. Wenn Sie über einen Twitter-Account verfügen, können Sie sich darüber ganz einfach und schnell anmelden. Auch das Sharing in andere Social Networks funktioniert mühelos. Dadurch werden die Chancen auf eine virale Verbreitung noch zusätzlich erhöht.

So leicht nehmen Sie eigene Vines auf

Kommen wir nun zur aktiven Verwendung von Vine. Auch wenn noch kein Künstler vom Himmel gefallen ist: Das eigentliche Aufnahmeverfahren ist prinzipiell kinderleicht. Mit der Berührung des Kamera-Symbols gelangen Sie in den Aufnahmemodus. Dann müssen Sie nur den Screen berühren und schon beginnt die Aufnahme Ihres eigenen Vine-Videos!

Ein grüner Balken zeigt Ihnen dabei den Fortschritt an. Zunächst erscheint vielen Usern die Grenze von sechs Sekunden als starke Einschränkung. Sie wirkt in vielen Fällen jedoch als regelrechter Beschleuniger der Kreativität. Wer auf Vine glänzen möchte, muss die ungeschriebenen Regeln des Netzwerks genau kennen. Meistens läuft jedoch alles auf einen zentralen Punkt hin – die Pointe, wenn man so will.

An diesem Beispiel können Sie auch die Effektivität von Stop-Motion-Tricks erkennen. Dabei wird das aufgenommene Objekt zwischen den Aufnahmen verändert, sodass der Eindruck von Bewegung entsteht. Denken Sie an den allerersten King Kong oder „Wallace and Gromit“: Es handelt sich um die gleiche Technik. Natürlich können Sie durch den Wechsel der Perspektiven auch schneiden. Also etwa Perspektive A, Stop, Perspektive B, Stop, etc. Hier ist allerdings das rechte Maß geboten, sonst wird es zu hektisch.

Vine Marketing: 4 wertvolle Tipps

Es überrascht nicht, dass das Online Marketing Vine schnell für sich entdeckte. Wir möchten Ihnen mit der folgenden Liste einige Tipps an die Hand geben und diese durch Beispiele illustrieren.

1. Bewegung ist alles

Es mag fast zu einfach klingen, doch bei Vine ist Dynamik der allesentscheidende Faktor. Nutzen Sie jede Millisekunde und fesseln Sie die User mit ungewöhnlichen Eindrücken, die es wert sind, geteilt zu werden.

Schauen wir uns einmal dieses Vine von Samsung an:

Pünktlich zur WM bediente Samsung also das Bedürfnis nach Fußball. Dies allein erscheint noch nicht außergewöhnlich. Geschickt ist freilich der Einfall, den Fußballer aus dem Smartphone in die Realität heraustreten zu lassen.

In anderen Worten: Farbbrillanz und täuschend echte Wiedergabe von Bewegungen werden thematisiert, jedoch ohne aufdringliche Werbebotschaft. Der visuelle Witz verpufft zudem nicht direkt. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man, dass der Rasen aus einer grünen Zeichenmatte besteht.

 2. Für Vine brauchen Sie kein spektakuläres Produkt

Sie mögen jetzt vielleicht denken, dass Sie für einen gelungenen Vine-Auftritt unbedingt ein Produkt benötigen, das per se spektakulär ausfällt. Dies schadet sicherlich nicht, doch dies ist längst nicht alles (auch für B2B ist Vine übrigens bestens geeignet). Adobe beispielsweise hält ein unspektakuläres Produkt keinesfalls davon ab, sehr effektive Vines zu produzieren:

Vine funktioniert hier nicht im Grunde anders als die übrigen sozialen Netzwerke, wenn auch mit besonderer Betonung visueller Schlüsselreize. Schnappschüsse von Branchen-Events oder ein Blick hinter die Kulissen machen Unternehmen greifbarer und sympathisch.

Gleichzeitig bleibt die Professionalität gewahrt. Adobes akrobatischer Redner passt zudem perfekt zu Vine: Visueller Humor funktioniert hier einfach bestens und sorgt für gute Laune. Da ist das Produkt in diesem Moment erst einmal zweitrangig, jetzt zählen Sympathie und Unterhaltungswert.

3. Vor allem: Seien Sie kreativ und verspielt!

Das menschliche Auge verlangt nach Input: Was passt da besser, als es gezielt zu füttern? Setzen Sie – in Maßen – auf Geschwindigkeit, visuelle Parallelen oder Klischees. Dabei handelt es sich im Grunde sehr oft um eine Variante von Punkt 2. Denn es lassen sich gerade Produkte gut inszenieren, die nach visuellen Gesichtspunkten eher unscheinbar ausfallen. Dann muss eben das Drumherum stimmen! Hier ein schickes Beispiel dafür:

Lowe vertreibt in den USA handelsübliche Haushaltsgeräte und Zubehör für Heimwerker – das spornt sie geradezu an, äußerst witzige Vines zu veröffentlichen. In diesem Fall beziehen sich alle Gags auf das Thema Hitze beziehungsweise Schweiß: Das geplagte Hühnchen schwingt vor Erschöpfung den Fächer, tanzt (Bezug: John Travolta in Saturday Night Fever“) und zeigt seine glatte Haut in Bodybuilder-Pose.

Die Message fällt eindeutig aus: Wir verkaufen exzellent funktionierende Geräte. Nur ist das Kunststück hierbei, diese Effektivität aus der Perspektive des Opfers, also des Huhns, zu zeigen – aber so humorvoll und harmlos, dass es aufgrund der Kreativität und des Humors positiv im Gedächtnis bleibt.

4. Achten Sie auf Ihre Zielgruppe(n). Be social. Really social.

Integraler Bestandteil von Content Marketing ist die Berücksichtigung der Zielgruppe. Lassen Sie sich von den lustigen Vine-Clips mit ihren knallbunten Figürchen nicht täuschen: Nur mit zielgenauer Adressierung beziehungsweise Bildsprache erreichen Sie diejenigen User, die für Ihr Unternehmen wirklich zählen. Dies ist prinzipiell nicht anders als bei Blogartikeln oder anderen Formen von Content.

Hinzu kommt ein Problem, das seit den den Kindertagen des Social Media Marketings existiert. Im Gegensatz zum Standardprozedere klassischer Pressemeldungen (die natürlich völlig in Ordnung sind), ist es im Web 2.0 allein mit einer Veröffentlichung nicht getan.

So geht es natürlich auch bei Vine zu. Seien Sie authentisch! Setzen Sie auf Interaktion. Kommentieren Sie andere Vines, rufen Sie zu Hashtag-Aktionen auf, vergrößern Sie Ihre Bekanntheit durch sympathisches Auftreten. In anderen Worten: Nutzen Sie das Potential für Social Branding, das Ihnen Vine bietet, voll und ganz aus!

Mittlerweile kann man übrigens auch externe Quellen für Vine verwenden und etwa Trailer zusammenkürzen. Authentizität sieht allerdings anders aus, daher ist davon abzuraten. Von Urheberrechtsverletzungen ganz zu schweigen. Auch für Videos mit sehr kurzer Laufzeit gelten die üblichen Bestimmungen.

 Influencer: Garanten für Aufmerksamkeit

Einer der amüsantesten und erfolgreichsten Influencer auf Vine ist Logan Paul (7,2 Mio. Follower). In seinen Vines bietet er einen Mix aus Sketchen und skurrilen Momentaufnahmen. Er hat es perfektioniert, die entscheidenden sechs Sekunden bis zur Gänze auszureizen. Im folgenden Beispiel sehen Sie einen schönen Clip, der das Verstreichen der Zeit illustriert:

In diesem Beispiel für einen Zeitraffer-Vine wird das Potenzial der App in Kombination mit einer „Personality“ perfekt genutzt. Längst haben Unternehmen diese Wirkung erkannt und lassen Clips von einflussreichen Kreativen wie Logan Paul realisieren. Dies sorgt bei deren Followern für einen deutlichen Vertrauensvorschuss, macht die Influencer noch bekannter und bringt am Ende für alle Beteiligten im Grunde nur Vorteile.

Vine in Deutschland

Im Gegensatz zu den USA steckt Vine hierzulande noch in den Kinderschuhen. Influencer sind ebenfalls (noch) rar gesät. Zu den wenigen Ausnahmen zählt jemand, bei dem auch ein wenig Lokalpatriotismus durchaus angemessen ist: Franz Josef Baldus aus Köln-Porz hat früh auf Vine gesetzt. Mittlerweile erstellt er 6-Sekunden-Videos für große Brands wie Opel oder Coca Cola Deutschland. Hier sehen Sie eines seiner Cola-Vines:

Mittlerweile schult Baldus sogar deutsche Mitarbeiter von Twitter (gleich mehr zur Verbindung der beiden Netzwerke). Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie sehr es sich auszahlt, wenn man die Augen offen hält. Dies gilt nämlich gerade auch für Unternehmen.

Obwohl Vine hier nicht sprichwörtlich „durch die Decke“ gehen wird, so dürften sich eine Vorreiterrolle und Nähe gerade zu jungen und hippen bzw. kreativen Zielgruppen positiv auf das Image eines Unternehmens auswirken. Baldus hat übrigens auch ein schönes „Vine ABC“ veröffentlicht, das zur Vertiefung der Thematik gut geeignet ist.

Zurück zum Anfang – hier (t)wittert jemand den Erfolg

Nachdem wir Ihnen die Funktionen und Möglichkeiten von Vine vorgestellt haben, folgt nun der zweite Streich: Um die Stellung von Vine und seine Stellung in der Social-Media-Welt zu bestimmen, ist eine kleine Zeitreise zu den Anfängen nötig. Vine hat zweifellos einen rasanten Aufstieg erlebt. Im Juni 2012 von Dom Hofmann, Colin Kroll und Rus Yusupov gegründet, wurde das winzige Startup vier Monate später von Twitter für angebliche 30 Millionen Dollar aufgekauft.

Dies geschah wohlgemerkt vor dem eigentlichen Launch, Vine konnte also noch keinerlei Erfolge vorweisen. „All Things Digital“ sprach daher von „acqhire“ (= akquirieren und einstellen). Ein amüsantes und zutreffendes Wortspiel, das immer dann Verwendung findet, wenn große Unternehmen kleine Startups kaufen. So können sie von deren Innovationen profitieren und freilich auch Konkurrenten mehr oder weniger frühzeitig ausschalten.

Eine aufschlussreiche Anekdote am Rande im Umfeld des Instagram-Kaufs durch Facebook im April 2013 durch Facebook: Jack Dorsay, Entwicker und Chef von Twitter, soll zuvor deutlich an der App interessiert gewesen sein, doch Mark Zuckerberg brachte den Deal innerhalb von zwei Tagen unter Dach und Fach. 

Von 0 auf 100: Vine startet durch

Aus den Fehlern der Vergangenheit scheint man gelernt zu haben. Der Gefahr in Gestalt eines entschlussfreudigen Mark Zuckerberg kam Twitter dieses Mal zuvor. Doch hat sich Ganze auch unmittelbar gelohnt? Um es kurz zu machen: Ja! Ab dem 24. Januar war Vine im Apple App Store für iPhone, iPad und verfügbar – und bereits am 9. April lag Vine auf Platz 1 der Liste der erfolgreichsten Apps. Hier die weiteren Meilensteine der Vine-Geschichte im Überblick:

  • Juni 2013: Die Android-Version erscheint
  • Juli 2013: Themen-Kanäle, Neuerungen: u.a. Kanäle, Fokus-Raster, „Ghost image“-Tool, Revine- und Privat-Funktionen
  • Juli 2013: Vine lässt andere Video Sharing Apps weit hinter sich
  • August 2013: Vine kann 40 Mio. Nutzer vorweisen
  • September 2013: Dunkin‘ Donuts verwendet ein Vine als TV-Spot
  • April 2014: Einführung der Vine Messages (Video, Text oder beides)
  • Januar 2015: Teenager Nash Grier knackt die Marke von 11 Mio. Followern

Schon jetzt kann Vine also auf eine bemerkenswerte Geschichte zurückblicken. Eine Entwicklung wie diejenige von Instagram darf man hier freilich nicht erwarten. Aus Marketing-Sicht ist Vine hierzulande ein Nischenphänomen – aber eines, das es in sich hat!

So reagieren Instagram und Facebook auf Vine

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Bereits im Juni 2013 stellte Instagram, nun bekanntlich ein Tochterunternehmen von Facebook, eine eigene Funktion zum Aufnehmen und Teilen von Videos vor. Seitdem kann man auch bei Instagram aus der App heraus kurze Videos aufnehmen, hier nun in einer Länge von 15 Sekunden. Hinzu kommen noch die für Instagram typischen Filter, die Tatsache, dass es sich nicht um Loops handelt und eine Stabilisierungsfunktion namens „Cinema“ für verwackelte Aufnahmen.

Und siehe da: Vine war kurz darauf mit einem Rückgang konfrontiert, was Linksetzungen via Twitter angeht. Wie Michael Kroker zurecht anmerkt, wurde dabei jedoch der gesamte Traffic berücksichtigt. Der Kultfaktor von Vine geht der Video-Funktion von Instagram bis heute ab. In Sachen Foto-Sharing ist die Facebook-Tochter Instagram freilich ungeschlagener Marktführer.

Das bringt Ihnen der Social-Media-Konkurrenzkampf

Vine hat Video Sharing freilich nicht erfunden. Es dürfte jedoch deutlich geworden sein, dass Facebook direkt auf das Manöver seines größten Konkurrenten reagierte. Gewiss ist es auch kein Zufall, dass die oben genannten Updates nur zwei Wochen nach der Einführung von Instagrams Video-Funktion an den Start gingen.

Der Blick auf die Konkurrenz hat sicherlich Inspirationen geliefert beziehungsweise Deadlines nach vorne gerückt. Auch kleine Scharmützel – etwa die Blockierung des Auslesens von Freundeslisten – zeigen, wie tief die Gräben sind. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringen wird. Für die User und letztlich Unternehmen bedeutet dies vor allem eines: Mehr und mehr interessante Funktionen.

Fazit

Sicherlich ist Vine eine Herausforderung – jedoch eine, die sich lohnt! Riesige Reichweiten sind hier in Deutschland eher nicht zu erwarten. Wer allerdings ungewöhnliche Wege nicht scheut und sich an junge, kreative Zielgruppen wenden möchte, liegt hier genau richtig. Dabei empfiehlt es sich für Unternehmen, Vine geschickt in eine bereits vorhandene Online-Marketing-Strategie einzubinden.

Mit kreativen Vines können Sie mehr erreichen, als Sie zunächst vermuten werden. Ein Beispiel: Viele Kreative benötigen grundlegende Software und weiteres Zubehör. Wenn Sie diesen Personenkreis gezielt durch originelle Vines ansprechen, können Sie einen bleibenden und sympathischen Eindruck hinterlassen. Wie immer aber im (Online) Marketing gilt Folgendes: Eine fundierte Strategie ist von essentieller Bedeutung.

 

Zum Download

Vine im App Store von iTunes: Für iPhone, iPod touch und iPad 

Vine im Google Play Store (für Android)

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Ein Kommentar

  1. […] absolut im Trend. Sie werden es auch an unseren letzen Artikeln gemerkt haben. Ob Mini-Videos auf Vine oder zusätzliches Live Streaming auf Twitter per Meerkat oder Periscope – bewegte Bilder […]