Twitter als Marketing-Tool nutzen

Neben Facebook und Google+ gehört Twitter wohl zu den bekanntesten und meistgenutzten sozialen Netzwerken in Europa. Weltweit sind mehr als 200 Millionen User bei dem Microblogging-Dienst registriert, doch viele schöpfen das volle Potential von Twitter nicht aus.

Privatpersonen, aber auch Unternehmen ist – so scheint es manchmal – nicht klar, wie Twitter eigentlich funktioniert und in welcher Form der Dienst als Marketing-Tool genutzt werden kann. Warum der richtige Umgang auch so schwer erscheint? Das Netzwerk verfolgt seine eigenen Regeln und die müssen erst einmal beherrscht werden.

Was genau ist Twitter eigentlich?

Ausschweifende Erklärungen über die Funktionen von Twitter sind wohl nicht mehr nötig. Twitter ist ein Microblogging-Dienst in Echtzeit, das heißt Nutzer veröffentlichen kurze Textnachrichten, mit maximal 140 Zeichen, die umgehend erscheinen. Und gerade die 140 Zeichen sind es, die den Reiz von Twitter ausmachen. Die Zeichenbegrenzung sorgt dafür, dass Twitter nicht der Kanal ist, auf dem man mitteilt, dass man soeben die Bahn verpasst hat oder sein Kaffee zu heiß ist.

Vielmehr ist es ein Ort für Menschen, die Informationen suchen. Gebündelte Informationen, über die sie sich mit anderen Nutzern austauschen können. Die geteilten Botschaften und Inhalte werden in erster Linie durch die eigenen Follower gesehen. Bei diesen erscheint der Tweet direkt in ihrer Timeline, jedoch als einer unter vielen. So kann es schon mal vorkommen, dass der ein oder andere Beitrag durch das Netz fällt.

Twitter ist prinzipiell öffentlich, ausgenommen die Direct Messages. Das heißt, dass jeder die Inhalte von jedem finden und sehen kann. Wer twittert, hinterlässt Spuren im Netz.

Screenshot der Twitter Timeline
Screenshot von der Timeline von Twitter.

 Wie funktioniert Twitter als Marketing-Tool?

Marketing auf Twitter zu betreiben ist schwierig. Es ist interaktiv und schnell, was in jedem Fall bedacht werden muss, wenn eine Marketingstrategie für dieses Netzwerk erstellt werden soll. Während es bei Facebook seit langer Zeit möglich ist, sich als Unternehmen zu präsentieren und Inhalte aktiv über die verschiedensten Anzeigenformate zu verbreiten (und das auch noch relativ kostengünstig), steckt Twitter dahingehend noch in den Kinderschuhen. Auch sollte im Vordergrund ein Thema, ein Event oder ein Spiel stehen, das nicht sofort mit dem Unternehmen oder dem Produkt identifiziert werden kann.

Die Wahl des richtigen Hashtags spielt auch eine große Rolle. Dieser sollte nicht in erster Linie auf das Unternehmen oder Produkt verweisen, sondern ein Event oder eine Aktion thematisieren. Letztendlich schützt dies auch davor, dass der Hashtag von Gegnern des Unternehmens gekapert und für sich beansprucht wird. Außerdem helfen Hashtags, einen Beitrag thematisch einzuordnen oder einen Tweet einer bestimmten Diskussion oder einem laufenden Chat zuzuordnen. Durch Hashtags wird die eigene Botschaft grundsätzlich hörbar.

Des Weiteren sind drei Elemente von Bedeutung, um das Potential von Twitter auszuschöpfen: Resonanz, Reichweite und Timing. Was auf Resonanz stößt, ist allerdings schwierig vorherzusagen. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man sich an ein Thema heftet, um welches herum sich bereits einiges an Beteiligung und Diskussion aufgebaut hat. Diese Themen sind zudem noch leicht auffindbar: Twitter bietet dazu eine Trendbox auf der linken Seite des Startbildschirms an, in der die Themen aufgeführt sind, über die die Welt oder das jeweilige Land gerade twittert.

Die Trends auf Twitter, also die meistgenutzten Hashtags.
Screenshot der Trendbox auf Twitter.

Auch das Timing ist essentiell, um erfolgreich ein Produkt, ein Unternehmen, eine Kampagne oder ein Event zu promoten. Wenn ein Unternehmen zu einem Zeitpunkt twittert, an dem nur ein geringer Teil ihrer Follower aktiv ist, wird ihr Tweet unabhängig von seiner Qualität in der Timeline der Nutzer untergehen, denn Twitter ist ein Echtzeit-Medium. Es interessiert den User nur das, was geschieht, wenn er aktiv ist.

Das wichtigste Kriterium ist allerdings die Reichweite. Hier zählt nicht nur die Anzahl der eigenen Follower, sondern auch die Reichweite derer, die die eigenen Tweets weiterleiten. Ebenso wichtig und gut eigene Follower zu haben, ist es wichtig unter den eigenen Followern 20 bis 30 Nutzer zu haben, die über eine breite Gefolgschaft und ein gutes Image verfügen und dazu noch bereit sind, die Inhalte zu retweeten. So kann auch eine Nachricht von einem kleineren Account die Gelegenheit haben, von tausenden Nutzern gesehen zu werden.

Fazit

Twitter ist und bleibt für Unternehmen ebenso wie für Privatpersonen eine nützliche, wertvolle und sympathische soziale Plattform, auf der schnell neue Informationen erfahren und ausgetauscht werden können. Nichtsdestotrotz ist Twitter für Unternehmen immer noch ein schwieriges Feld, wenn es darum geht Marketing zu betreiben. Twitter verfolgt ganz eigene, etablierte Regeln, die jeder, der sich langfristig auf dem Netzwerk engagieren möchte, verinnerlichen sollte.

Auch sind Marketing-Möglichkeiten nicht in der Vielfalt vertreten wie es beispielsweise bei Facebook der Fall ist, sodass ein Unternehmen die Angelegenheit ohne die Unterstützung der Plattform und aus eigener Kraft bewältigen muss. Umso wichtiger ist es daher, eine gute Beziehung zu den relevanten Influencern und zur Community aufzubauen und erst dann mit einer Kampagne durchzustarten. Ein klarer informativer Mehrwert mit jedem einzelnen Tweet ist ebenso unabdingbar, um langfristig Erfolg auf Twitter zu haben und potentielle Kunden und Mitarbeiter auf den eigenen Twitter-Account aufmerksam zu machen.

 

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Ein Kommentar

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