Recap zum BarCamp Köln 2015

„Warum sind immer alle guten Sessions gleichzeitig?“ – Willkommen beim BarCamp! Denn hier hat man es im wahrsten Sinne des Wortes mit der Qual der Wahl zu tun.

Mit einem vollgepackten Sessionboard ging das BarCamp Köln am vergangenen Wochenende in die fünfte Runde. Es fanden sich rund 200 Teilnehmer aus Köln und Umgebung zusammen, um sich miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen.

Im unserem letzten Recap vom UX Camp West in Düsseldorf haben wir das Format BarCamp kurz erläutert. In diesem Recap knüpfen wir hier an und erklären nach ein paar Insights aus den Sessions, woher der Name BarCamp kommt und wieso sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt. Das Kölner BarCamp ist im Gegensatz zu themenspezifischen BarCamps, wie dem UX Camp West ein themenoffenes BarCamp und fand auch in diesem Jahr wieder in den großzügigen Räumen der QSC AG statt.

Im Folgenden ein paar Einblicke in einige der Sessions, an denen ich teilgenommen habe:

Session 1: BarCamp im Unternehmen

Stefan Evertz, einer der Organisatoren des BarCamp Köln hat schon an 80 BarCamps teilgenommen und rund 30 organisiert. In dieser Session erklärte er, warum auch unternehmensinterne BarCamps sinnvoll sind. Einige Unternehmen wie beispielsweise die Telekom, Vodafone oder Bosch nutzen das Format bereits für die Verbesserung der internen Kommunikation. Gründe, die für ein BarCamp im Unternehmen sprechen sind, dass unter anderem die interne Vernetzung gefördert wird. BarCamps haben einen klaren Netzwerk-Faktor. Durch das Aufarbeiten in Sessions kann zudem leichter Zugang zu komplexen Themen gefunden werden. Das Unternehmen kann internes Potenzial besser nutzen und herausarbeiten, welcher Wissens- und Fortbildungsbedarf besteht. Welche Themen brennen? Neue Impulse können gesetzt und aktuellste Themen können besprochen werden.

Session 2: Facebook für KMU: Wie‘s auch ohne Werbung geht

In dieser Session erklärte Christian Müller wie kleine und mittelständische Unternehmen Facebook auch ohne das Schalten von Werbung erfolgreich nutzen können. Grundsätzlich ist Interaktion und Austausch mit den Fans unverzichtbar. Auch guter Content anderer kann geteilt werden, sollte zur Einordnung aber immer mit eigenem Kommentar versehen werden. Als Faustregel gilt: Plant etwa doppelt so viel Zeit für zuhören, analysieren und Themenfindung ein, wie für die Erstellung von Inhalten. Zudem ist Automatisierung ein Faktor, muss aber mit Bedacht genutzt werden. Geplante Beiträge sollten immer im Auge behalten und moderiert werden. Die eigene Webseite oder der eigene Blog sollte das Zentrum der Kommunikation sein. Soziale Netzwerke – auch Facebook – sind Außenstellen bzw. Traffic-Zulieferer.

Session mit Christian Müller zum Thema „Facebook für KMU“
Session mit Christian Müller zum Thema „Facebook für KMU“

Session 3: Influencer Marketing und Blogger Relations

Diese Runde leitete Mike Schnoor und moderierte Fragen wie „Ab wann ist man ein Influencer und warum?“, „Ab wann ist Reichweite interessant?“ und „Inwiefern unterscheiden sich Blogger Relations von Journalismus?“ Ein interessanter Erfahrungs- und Meinungsaustausch, bei dem auch viele Blogger ihre persönlichen Sichtweisen geteilt haben.

Session 4: Google Analytics für Einsteiger und Aufsteiger

In dieser Session führte uns Michael Janssen durch Google Analytics und ging ein auf Fragen wie „Wo kann ich was ablesen und wie interpretiere ich es?“,  „Was ist in diesem Augenblick auf meiner Website los?“, „Woher kommen die Besucher?“, „Welche Seiten sind die beliebtesten Zielseiten?“ und „Welcher Inhalt ist am besten?“ ein.

Session 5: Storytelling mit Vine

In diesem Workshop führten Brigitte Glatzel und Nicole Hundertmark in die Welt der Vines ein. Wie kann ich Vine nutzen? Welche Techniken gibt es? Wie bringe ich eine Dramaturgie in mein Vine? Im zweiten Teil der Session ging es dann zur Sache und es wurden in kleineren Gruppen gemeinsam Vines produziert.

 

Bar und Camp = BarCamp – woher kommt eigentlich der Name?

Was sich viele fragen ist: Warum heißt es überhaupt BarCamp, wenn das Event sich weder in einer Bar noch auf dem Campingplatz abspielt?

Schauen wir hierzu einmal kurz in die Geschichte der BarCamps. Das erste BarCamp fand vor rund 10 Jahren – wie konnte es auch anders sein – in Palo Alto im Silicon Valley statt. Der Gründer der BarCamps, Tim O’Reilly nannte seine Veranstaltungsreihe FooCamps (Friends of O’Reilly), da er Personen aus seinem persönlichen Freundeskreis zum Camping einlud. Es wurden Ideen miteinander ausgetauscht und diskutiert. Gemäß eines Programmierer-Wortspiels wurde aus Foo dann Bar. In der Informatik werden die Begriffe foo, bar und foobar als Platzhalter oder Beispielnamen verwendet und so kam das innovative Veranstaltungsformat zu seinem Namen BarCamp.

Warum sich ein Besuch beim nächsten BarCamp lohnt

Ich war dieses Wochenende zum ersten Mal auf einem BarCamp und würde auf jeden Fall wieder eines besuchen. Warum? Die Kombination aus Verschiedenem macht’s. Bei jedem BarCamp kann jeder etwas Neues herausziehen, sei es neue Themen, neue Perspektiven oder neue Kontakte.

Spannend ist die Dynamik, die dadurch entsteht, dass die Inhalte zu Beginn des BarCamps noch offen sind. Jedem Teilnehmer ist es möglich, die Agenda mitzubestimmen, sich mit einem eigenen Thema oder mit einer Fragestellung einzubringen. Wesentlich ist hierbei der Community-Charakter. Bei einem BarCamp gilt die Regel, dass alle Teilnehmer gleich sind. Es wird also auf Augenhöhe, persönlich und ehrlich kommuniziert. Jeder der Teilnehmer, kann wertvolles Wissen und eigene Sichtweisen einbringen.

Ein BarCamp dient nicht nur des Wissensaustausches, sondern auch als Netzwerk-Plattform. Es bringt aktive Interessierte miteinander in Kontakt – eine super Gelegenheit, um über das Event die lokale, digitale Szene kennenzulernen.

Außerdem interessant: Bei einem BarCamp gibt es Raum für aktuelle Themen. So gab es bei diesem BarCamp auch diverse Sessions zum Thema „Refugees welcome“.

Danke!

Es war ein rundum gelungenes Event. In diesem Sinne: Vielen Dank an das ehrenamtliche Organisationsteam Stefan Evertz, Brigitte Glatzel, Anne Kraemer und Katja Evertz sowie an alle Sponsoren, die das BarCamp Köln ermöglicht haben. Danke auch an Sonntagmorgen für den köstlichen Kaffee. In der Barcamp-Liste sind alle anstehenden BarCamps im deutschsprachigen Raum zu finden und in jedem Fall ein Blick wert. Bis zum nächsten Mal!

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