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Warum General Motors seine Werbung auf Facebook nicht einstellen sollte

Am 18. Mai hat General Motors (GM) seine gesamte Werbung auf Facebook eingestellt. Diese Entscheidung begründet der weltgrößte Autobauer darin, dass die Facebook-Anzeigen nicht effektiv genug seien und den Kunden kaum erreichten. Doch ist die scheinbare Ineffektivität der Facebook-Anzeigen tatsächlich auf Facebook selbst zurückzuführen oder ist der nicht-eingetretene Erfolg nicht vielmehr in der Social-Media-Strategie von GM zu begründen?

Facebook macht seinen Umsatz zu ungefähr 85% mit Werbung. Dadurch, dass GM Facebook von nun an nicht mehr als Werbefläche nutzen möchte, entgehen dem weltweit größten sozialen Netzwerk laut Spiegel knapp 10 Mio. Dollar. Nach dem Wall Street Journal zweifle aber nicht nur GM an der Effektivität von Facebook-Ads, sondern zunehmend mehr Werbefachleute empfänden diese als ineffizient. Dies ist vermutlich darin zu begründen, dass nur knapp die Hälfte der Facebook-Nutzer eine Facebook-Anzeige tatsächlich anklickt, wie eine Studie der digitalen Marketingagentur Greenlight gezeigt hat.

Das Streichen des Werbebudgets auf Facebook ist jedoch der Haltung der vorhandenen und der Gewinnung weiterer Fans von GM nicht wirklich förderlich. So ist auch Simon Mansell, CEO der TGB Digital, der Ansicht, dass ein gewöhnlicher Post auf einer Facebook-Unternehmensseite durchschnittlich lediglich 16% der Fans erreiche; bezahlte Ads auf Facebook haben hier eine wesentlich größere Reichweite. Selbst, wenn ein Facebook-Nutzer eine Anzeige nicht anklickt, kann er doch erkennen, welcher seiner Freunde auf der Unternehmensseite bereits „Gefällt mir“ geklickt hat. Mit Facebook kann durchaus Werbeerfolg erzielt werden, wenn das soziale Netzwerk bloß richtig genutzt wird. Insbesondere das Empfehlungsmarketing stellt für Unternehmen auf Facebook einen Mehrwert dar.

Ein Unternehmen muss eine gute Social-Media-Strategie anwenden, um sich in den sozialen Medien richtig zu präsentieren. Wenn die Strategie nicht ausgeklügelt genug ist, können auch die Facebook-Ads nicht profitabel sein. Aus objektiver Sicht scheint es, als habe GM keine gute Social-Media-Strategie angewandt und begründe seinen Misserfolg nun in den Facebook-Anzeigen. An diesen scheint der Verlust jedoch nicht zu liegen, da bei der amerikanischen Facebook-Präsenz von Ford die Facebook-Anzeigen durchaus zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.

Futurebiz hat hierzu die Facebook-Seiten der beiden Automobilhersteller, GM und Ford, analysiert und festgestellt, dass Ford das Potenzial, das Facebook einem Unternehmen bietet, wesentlich besser nutzt. So zeigt sich bereits beim ersten Blick auf die beiden Facebook-Seiten, dass Ford seinen Facebook-Fans durch unterschiedliche Apps und Unterseiten mehr bietet. GM hingegen ermöglicht es seinen Fans lediglich, über Facebook die eigenen Tweets mitzuverfolgen.

Um tatsächlich mit Social Media erfolgreich zu sein, gilt es, die eigene Unternehmensstrategie sinnvoll einzubinden und Kampagnen kundenorientiert auszurichten. Ein reines Vorhandensein auf den unterschiedlichen sozialen Plattformen hingegen reicht nicht aus, um Social Media sinnvoll anzuwenden. Deshalb ist es wichtig, eine Social-Media-Strategie zu verfolgen, die sich an der Unternehmensstrategie orientiert. Folgende Abbildung verdeutlicht, dass eine Präsenz auf Social-Media-Plattformen ohne eine zielgerichtete Unternehmensstrategie nur wenig Sinn macht.

Bild © Futurebiz

GM sieht den eigenen Misserfolg auf Facebook in der vermeintlichen Ineffizienz der Facebook-Anzeigen begründet. Es sieht so aus, als habe GM nicht weitsichtig genug gehandelt, denn Facebook-Anzeigen bieten aus unserer Sicht für Unternehmen durchaus einen Mehrwert – das Potenzial des sozialen Netzwerkes muss bloß richtig genutzt werden.

An die Leser: Was halten Sie von GMs Schritt, die Facebook-Anzeigen einzustellen?

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2 Kommentare

  1. […] General Motors ausgelöste Diskussion um die Budgetstreichung für Facebook-Anzeigen hat gezeigt, dass das Potenzial von Werbung auf Facebook richtig genutzt werden muss, damit sich diese […]

  2. […] General Motors (GM) sein Budget für Facebook-Werbeanzeigen vollständig zurückgezogen hatte, ist der Automobilkonzern wieder mit Facebook im […]