UX-Camp here we go!

Es ist wieder soweit: Das sechste UX-Camp in Hamburg startet in die nächste Runde und auch wir sind wieder dabei. Uns stehen zwei spannende Tage mit neuem Input und jeder Menge Spaß bevor – Auf geht’s!

Freitag morgen 10 Uhr. Hamburg is calling. Kaum angekommen, machen wir uns schon auf zu der in diesem Jahr fertiggestellten Elbphilharmonie – Sightseeing steht auf dem Programm! Als Kölner haben wir uns eine Hafenrundfahrt bei typisch hamburgischem Wetter und Fischbrötchen natürlich nicht nehmen lassen. Wir sind ja schließlich keine Kulturbanausen! Gegen Abend zog es uns zum Elbstrand und so haben wir den Abend gemeinsam im Team bei guten Gesprächen und Essen ausklingen lassen.

 

 

Samstag früh, der Wecker klingelt und keiner beschwert sich, denn es geht zum UX-Camp. Erstmal angekommen werden wir in der Agentur SinnerSchrader mit heißem Kaffee und Brötchen empfangen. Gegen 10 Uhr eröffnet SinnerSchrader das UX-Camp, gefolgt von den Keynotes der Sponsoren. Dann geht’s ans Eingemachte: Zeit für die Sessionplanung! Interaktiv werden Themen vorgeschlagen und jenen mit hoher Nachfrage ein Timeslot zugewiesen. Fünf Sessions laufen jeweils parallel, sodass wir uns aufgrund der Themenvielfalt kaum entscheiden können. Und hier geht ein großen Lob an den Gastgeber und die Sponsoren: Wieder einmal ist alles sehr gut organisiert, für das leibliche Wohl wird mehr als gesorgt und auch das Meet & Greet im Anschluss bei dem Griechen in der Taverne möchten wir nicht missen!

Natürlich haben wir für alle, die nicht dabei sein konnten, fleißig mitgeschrieben und unsere Best-ofs zusammengefasst:

 

Wie wir gezielt Handlungen beeinflussen können

Der Vortrag von Andreas Dantz handelte davon, wie wir Menschen in ihren Handlungen mittels einfacher Techniken beeinflussen können. Einige dieser Techniken sind uns aus eigener Erfahrung als User bekannt – auch wenn wir sie oft nur unterbewusst wahrnehmen.

Wir möchten an dieser Stelle nur einen kurzen Einblick geben, welche folgenden psychologischen Tricks den Kunden in die von uns gewünschte Richtung lenken können.

 

Soziale Validierung

Fast jeder kennt es: Einer Empfehlung von einem Bekannten folgt man gerne und ganz besonders, wenn man weiß, dass man einen ähnlichen Geschmack hat. Wir lassen uns gerne von der Meinung anderer beeinflussen. Allerdings gibt es hier Unterschiede in der Tragkraft der Beeinflussung.

Am besten ist immer noch die Empfehlung von einem Freund. Ihm vertrauen wir am meisten. Dies wird nur noch dadurch gesteigert, wenn wir uns in gewisser Weise ähnlich sind. Daher ist es besonders wichtig, zu wissen, wer die eigenen Kunden sind. Nur so kann man die richtige Ansprache wählen und erfolgreich Testimonials als Trigger nutzen.

Auch wenn man die Leute nicht persönlich kennt, wirkt die soziale Validierung: Zum Beispiel wenn viele Leute in einem Restaurant sind. Hier wird automatisch angenommen, dass dieses Restaurant besser ist als ein Lokal mit weniger Kunden. Die niedrigste Schlagkraft haben reine Bewertung ohne Rezensionen.

Allerdings werden auch reine Sternchenbewertungen wieder relevant, wenn es viele sind. Denn dann vertrauen wir auf die Schwarmintelligenz. Interessanterweise werden Produkte mit einer schlechten Bewertung in der Regel sogar besser verkauft, als Produkte gänzlich ohne Bewertung.

 

Verknappung

Das Prinzip der Verknappung wird schon lange angewendet, um Kunden zu einer schnellen Kaufentscheidung zu bringen. Floskeln wie „Nur noch heute“ sind schon immer ein Garant für einen schnellen Abverkauf. Auch das Suggerieren einer Exklusivität kann dazu führen, dass wir etwas kaufen, was wir im Normalfall eventuell nicht gekauft hätten.

 

Schuldgefühle

Mittels Freebies und kleinen Geschenken im Vorhinein können wir Schuldgefühle bei den Kunden hervorrufen. Unterbewusst haben wir das Gefühl, uns für diese Geschenke revanchieren zu müssen. Und so sind wir eher gewillt, z.B. ein Zeitschriften-Abo abzuschließen, wenn wir vorher kostenlose Ausgaben und eine Kaffeetasse geschenkt bekommen haben.

 

Auswahlmöglichkeiten

Wenn wir die Möglichkeit haben, zwischen mehreren Varianten eines Produkts zu wählen, fühlen wir uns freier in unserer Entscheidung. Wenn z.B. drei Varianten für 1€, 3€, 5€ angeboten werden, scheint die mittlere Variante meist die beste Option. Wenn dagegen nur die Varianten für 1€ und 3€ angeboten werden, erscheint die 3€ Variante plötzlich deutlich teurer als vorher.

 

Ängste schüren

Oft wird auch mit unserer Angst gespielt. So werden auch Ängste geschürt, die wir vorher gar nicht hatten, um dann einen Bedarf für eine Lösung aus dem Nichts zu generieren. Ein Beispiel dafür sind Berichte über verkeimte Oberflächen und das plötzliche Aufkommen der sogenannten antibakteriellen Putzmittel.

 

Natürlich gibt es noch einige weitere Techniken, wie wir das Unterbewusstsein für das Marketing nutzen können, auf die wir hier nicht eingehen können. Es hilft aber auf jeden Fall immer, sich solcher Abläufe bewusst zu sein.

Der zweite Vortrag, der uns besonders gut gefallen hat, ist der über die Design Studio Methode für iteratives Prototyping, an dem wir Sie teilhaben lassen möchten!

Foto: Gerold Hinzen, www.geroldhinzen.de

Die Design Studio Methode für iteratives Prototyping

Designprobleme innerhalb eines Tages lösen – geht das? Das geht!  Das „Design Studio“ ist eine agile Methode, bei der schnell ein eindeutiger Ansatz bzw. ein Prototyp entwickelt werden kann. Agilität wird in der Zeit des digitalen Wandels immer größer geschrieben. Agil bedeutet, dass man schnell, leichtfüßig und iterativ arbeitet. Das „Design Studio“ unterstützt diese Ziele. Es handelt sich um eine Methode, die wir sehr empfehlen und bereits seit längerer Zeit mit unseren Kunden anwenden.

Maximilian Schneider-Ludorff, Lead of Product Development von der Interone GmbH, stellte bei dem UX-Camp diese agile Methode vor: Kollaborativ und interdisziplinär wird in sehr kurzer Zeit ein validiertes UX-Konzept entwickelt. Voraussetzung hierfür ist, dass Personen aus unterschiedlichsten Disziplinen sowohl aus der Agentur als auch von Kundenseite aus teilnehmen. Diese Zusammensetzung gewährleistet, dass viele verschiedene Blickwinkel auf das Designproblem gerichtet werden, ein Wissensaustausch stattfindet und die einzelnen Teilnehmer voneinander lernen können.

Das „Design Studio“ besteht aus drei Phasen: Skizzieren, präsentieren und diskutieren. Jede Phase hat eine bestimmte Zeitspanne, die eingehalten werden muss. Hierfür wird ein Moderator bestimmt, der selbst nicht aktiv am Studio teilnimmt, damit er seinen Fokus voll und ganz auf den Ablauf legen kann. Zudem sollte das „Design Studio“ an einem neutralen Ort stattfinden. Weder in Büros noch in Konferenzräumen, damit alle Teilnehmer unvoreingenommen starten können.

 

1. Phase

Skizzieren: Ein konkretes Problem mit konkreten Zielsetzungen wird vorgegeben. Alle Teilnehmer zeichnen gleichzeitig mit Stift und Papier auf, was ihnen spontan für Lösungsansätze zu dem Thema in den Kopf kommen. Jeder zeichnet still für sich, es findet noch kein Wissensaustausch statt. Diese Phase dauert rund 5-15 Minuten.

 

2. Phase

Präsentieren: Im Anschluss hat jeder Teilnehmer zwei Minuten Zeit, seinen Entwurf zu präsentieren und im Hinblick auf die Zielvorstellungen zu rechtfertigen. Jeder stellt seine Idee vor, alle anderen hören zu und keiner stellt Fragen oder redet anderweitig dazwischen.

 

3. Phase

Diskutieren: Jeder Teilnehmer gibt und bekommt Kritik. Es werden keine persönlichen Geschmacksurteile gefällt, sondern immer bezüglich der Zielvorstellungen und Anforderungen argumentiert.

 

Im Anschluss wiederholen sich die Phasen. Ideen dürfen „geklaut“ und konkretisiert werden. Jeder darf einen neuen Entwurf anfertigen, wenn er mit seinem vorherigen Entwurf nicht mehr vorankommt. In der Regel fügen sich die Ideen bereits nach 2-4 Durchläufen so konkret zusammen, dass ein einziger valider Entwurf am Ende des Tages übrig bleibt.

 

Und so neigt sich ein ereignisreiches Wochenende dem Ende zu, aus dem wir neuen Input mitnehmen, aber auch auf viel Spaß gemeinsam mit dem Team zurückblicken. Bis nächstes Jahr!

 

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