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Stirbt 3D-Kino?

3D-Filme sind nicht neu. Erste Filme wurden bereits in den 1950er Jahren in 3D gezeigt, um einen Mehrwert gegenüber des Schwarz-Weiß-Fernsehens (damit war keine stereoskopische 3D-Darstellung möglich) zu bieten.

Den Höhepunkt der heutigen modernen 3D-Film-Produktionen setzte ganz klar Avatar. Die 3D-Technik war so gut in den Film integriert, dass sie fast nicht auffiel. Vergleichen kann man die 3D-Technik hier mit einer guten Sonnenbrille: Im Idealfall fällt einem nicht auf, dass man Sie trägt, aber die Wahrnehmung wird verbessert. Genauso ist es mit der 3D-Technik. Je weniger man sie bewusst wahrnimmt, umso besser. Das Gefühl des räumlichen Sehens steht im Vordergrund. Viele Filmemacher vergessen das und lassen in ihren Filmen dem Betrachter ständig mit einem Gegenstand vor der Nase herumfuchteln, um ihm immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass er im 3D-Kino sitzt. Damit lenkt man nur vom Film ab.

Avatar hat die 3D-Technik vorbildlich im Film integriert…und damit die Messlatte extrem hoch gelegt. Alle darauffolgenden (und vorherigen) Filme mussten sich an Avatar messen. Spätestens beim Besuch des dritten 3D-Films merken die Kinogänger aber, dass 3D gar nicht so viel besser ist, als es ihnen die Filmwerbung weismachen will. Dies schlägt sich dann in den Besucherzahlen nieder:

Entwicklung der Besucherzahlen von 3D-Filmen (Quelle gizmodo.com)
Entwicklung der Besucherzahlen von 3D-Filmen (Quelle: gizmodo.com)

Als Begründung reicht hier allerdings nicht aus, dass dem Kino – wie in den 1950ern – durch 3D-Technik in den Wohnzimmern das Wasser abgegraben wird. Denn die steht nämlich erst in den Startlöchern. Viel mehr sind die Gründe im meist fehlenden Mehrwert gegenüber der 2D-Variante zu suchen. Dies enttäuscht die Besucher selbstverständlich – besonders bei den saftigen Aufpreisen, die Kinobetreiber für einen Sitzplatz in ihren 3D-Sälen berechnen.

Für das 3D-Kino gibt es also grob 2 große Richtungen in die Zukunft:

1. Die 3D-Technik wird sich erneut nicht durchsetzen und lediglich wieder eine Niche belegen. Dann hätten die Kinobetreiber zwar viel Geld in die Modernisierung der 3D-Technik gesteckt, aber für die Zukunft könnte diese Technik auch für die Projektion von 2D-Filmen genutzt werden.

2. Die 3D-Filme starten richtig durch und werden sehr beliebt. Dies hätte zur Folge, dass auch die 3D-TV-Geräte gepusht und gekauft werden. Dann hätten wir die gleiche Situation wie in den 1950ern. Die Heimtechnik gräbt den Kinosälen das Wasser ab. Dann stünden die Kinobetreiber und Filmemacher vor einem viel größeren Problem. Sie müssten sich erneut nach Techniken und Mehrwerten umsehen, um die Besucher wieder ins Kino zu holen.

Wie sehen weitere Wege in die Zukunft der Filmtechnik aus? Bleibt 3D den Technikfreaks und gutbetuchten Gamern vorbehalten? Muss bald jeder Film in 3D produziert werden? Wird dann auch das normale Fernsehen 3D? Wird 3D-Film vielleicht PC-exklusiv? Brauche ich morgen eine neue Set-Top-Box?

Inspiriert von „Is 3D Already Dying?“ – gizmodo.com (http://gizmodo.com/5592956/is-3d-already-dying).

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