Social Media

Offener Brief an (klassische) Werbeagenturen

Verehrte (klassische) Werbeagenturen,

immer häufiger stoßen wir in der Zusammenarbeit mit Euch, im Rahmen der gemeinsamen Planung von Websites, Promotions und Produkteinführungen, scheinbar rein zufällig auf das viel diskutierte Thema Social Media. Doch das ist kein Zufall! Social Media ist kein Hype-Thema, sondern der wohl größte Umbruch in der Marken- und Unternehmenskommunikation, seit der Einführung von Fernseh- und Rundfunkwerbung. Kurzgesagt: Social Media ist insbesondere für Marken eine kommunikative Revolution!

Social Media bedeutet sehr viel mehr, als nur eine Fanpage auf Facebook zu eröffnen oder der obligatorische „Gefällt mir“-Button auf der zu planenden, neuen Website zu integrieren.

Jeder Kreative (wir unterstellen, dass sind seid Ihr alle) hat vollkommen andere Erfahrungen mit Social Media gesammelt. Wir alle haben unterschiedliche Vorstellungen, wie mit sozialen Kontakten und persönlichen Daten umgegangen wird. Genauso unterschiedlich ist damit auch der Mehrwert und Nutzen für jeden von uns und damit auch der Bandbreite, wie Social Media im Rahmen der Konzeption eingesetzt werden kann.

Und genau das ist der Punkt, der den Stein für diesen Blogposts ins Rollen gebracht hat – die an vielerorten bei Euch anzutreffende Ignoranz für moderne, bisher nicht als Benchmark sehbare Kommunikationsideen. Diese folgen deutlich anderen Regeln und Gesetzen, als noch die erlernten Werbestrategien, die noch vor wenigen Jahren „Avantgarde“ waren.

Leider haben viele Eurer Zunft Angst, diese unglaublich vielfältigen neuen Möglichkeiten mit in den Konzepten für Eure/unsere Kunden zu berücksichtigen – weil dadurch einfach alles anders werden kann und sich auch Kompetenzen verlagern. Die Angst vor dem Kontrollverlust, den viele Kunden bereits bei der Einführung von Websites und E-Mails hatten, ist auch hier wieder bei vielen von Euch zu beobachten.

Doch genau das ist Eure Aufgabe: neue Werbeideen zu entwickeln und Zielgruppen zu lokalisieren und zu aktivieren. Das war so, ist so und wird auch so bleiben. Also – alles paletti!

Wir möchten Euch gerne bei Euren Kundenprojekten noch effizienter und effektiver unterstützen – und das von Anfang an. Wir sind keine Internetumsetzer, sondern unsere Stärke ist es, bereits frühzeitig zu Beginn jeder Internetaktivität sinnvolle, umsetzbare und maßstabsetzende Konzeptansätze zu entwickeln.

Das die klassische Ansprache bei den meisten Zielgruppen heutzutage nicht mehr so funktioniert, wie vor 50 Jahren und auch nicht wie noch vor 5 Jahren, wird ganz sicher jedem von uns bewusst sein. Das Internet und Social Media ist keine exklusive Spielwiese für Nerds und Daheimgebliebene. Twitter, Facebook – Social Media ist Mainstream! Die Nutzer lieben es sich zu vernetzen und die eigenen Freunde oder auch favorisierten Marken dabei zu beobachten, für welche Themen sie sich begeistern und aktiv sind.

Die Mediennutzung unserer gemeinsamen Kundenkernzielgruppen hat sich über alle demographischen und sozialen Schichten hinweg verändert und täglich gibt es wieder neue Funktionen, Regeln und Chancen, die sich dadurch ergeben. Gerade mit den jüngsten Änderungen und der Einführung von iFrames auf Facebookseiten, wurde eine technische Grundlage geschaffen, dies es uns erlaubt, die Facebookseiten ab sofort mit einem vergleichbaren Funktionsumfang wie klassische Websites zu planen und auszustatten.

Dieses Feature ist so brandneu, dass es bisher noch von keiner einzigen deutschen Marke eingesetzt wurde und unserer Meinung (die ist nicht mutig) bereits in ca. 12 Monaten auf Facebookseiten zum Standard gehören wird. Wer beispielsweise das jetzt schon in seinen Screendesign- und Jahresplänen berücksichtigt, der hat nachher gut Lachen und der Kunde freut sich.

Versteht uns nicht falsch! Wir schätzen Euch sehr – Euer Know-How, Euer Auftreten und Euren stilvollen Umgang mit den Kunden. Auch hier können wir sicher viel von Euch lernen. Wir vertrauen darauf, dass Ihr als Werber wisst, was eine Marke in Ihrer Kommunikation inhaltlich leisten muss und das Ihr ebenfalls den Anspruch habt, für jeden Eurer Kunden hochinnovativ, effizient und zukunftsorientiert zu arbeiten – im besten Fall mit uns als Partner.

Bitte seht Euch aktuell erfolgreiche Unternehmen und stark wachsende Marken unter Social Media-Gesichtspunkten an. Innovative Markenkommunikation beschreibt keinen Copy-to-Copy-Transfer von bestehenden Webideen und auch nicht, Werbespots in HTML- oder Flash-Rahmen zu quetschen. Es verlangt ganz neue Ansätze, die den Konsumenten abholen, greifen und emotional packen. Viralität ist dabei das Königsziel und große Zauberwort.

Ebenfalls hoffen wir gegenseitig auf Euer Vertrauen, dass wir als Interspezialisten im Online-Markensegment wissen, wie sich Nutzer im Rahmen ihrer Internetnutzung verhalten, welche Konzepte, Funktionen, Inhalte, Techniken und Schnittstellen einen Nutzen für eine Marke oder ein Unternehmen schaffen, auch wenn es für Euch manchmal stark abenteuerlich oder zu technisch klingen mag. Internetagenturen sind keine Selbsthilfegruppen für sozial isolierte Techniknerds. Wirklich!

Hoffentlich erinnert Ihr Euch vor der Planung Eures nächsten Web- oder Social Media-Projekts an diese Zeilen. Wir werden es merken, denn dann klingelt ja unser Telefon oder es blinkt in unserer E-Mailbox.

Hochachtungsvoll,
Euer Webmatch-Team

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2 Kommentare

  1. Snowhite sagt:

    Den Artikel kann ich nur Unterschreiben!

  2. Ed Wohlfahrt sagt:

    jetzt könnte ein Schelm meinen, ihr hättet gerade zu wenig Geschäft. Das glaube ich aber nicht 🙂 Ich bin als Berater 2007 gestartet und habe gleich mal Klinken geputzt bei den größeren Werbeagenturen Südösterreichs. Fazit: Kopfschütteln. Heute machen / können und verstehen Werbeagenturen das Thema Sozialen Medien auf ihre Art und Weise. Das ist völlig o.k. Wiewohl das bedeutet Facebook, Facebook und noch mal Facebook. Das Verständnis für den Wandel in der Mediennutzung – ihr reißt diesen oben kurz an – die sich über die Jahre entwickelnde Autorenkultur kommt hier viel zu kurz. Aber auch das Thema Social Media hat sich während der vergangenen zwei drei Jahre gewaltig verändert. Aus Sicht der (klassischen) Werbeagenturen ist dieser Wandel ein Problem. Man kann sich kaum noch einige Jährchen auf seinen „Lorbeeren“ ausruhen, da es schon wieder etwas Neues, Besseres oder Aktuelleres zu scheinen gibt, um das man sich kümmern, das man ich die Konzeption mit einfließen lassen sollte. Insofern finde ich den offenen Brief ganz gut. Ganz gut fände ich es auch, würden Werbeagenturen bei ihren Leisten bleiben und ein wenig weggehen von der Mentalität alles zu können und zu machen. Ich bin draufgekommen, dass es meiner Reputation vor dem Kunden gut tut, wenn ich sage, dass ich mich in einem speziellen Gebiet nicht genug auskenne, aber jemanden habe, der sich auskennt. Der Output ist dann auch gleich wieder ein ganz anderer. Und das freut am Ende des Tages den, um den sich alles dreht: Den Kunden.