Riff: Das kann Facebooks kreative Video App

Bunt, rasant, emotional: Videos liegen im Social-Media-Bereich absolut im Trend. Sie werden es auch an unseren letzen Artikeln gemerkt haben. Ob Mini-Videos auf Vine oder zusätzliches Live Streaming auf Twitter per Meerkat oder Periscope – bewegte Bilder fesseln die User in großem Maße. Da war es lediglich eine Frage der Zeit, bis sich Branchen-Primus Facebook dem Reigen anschließen würde.

Aus dem spielerischen Nebenprojekt einiger Facebook-Mitarbeiter ist eine global verfügbare App geworden. Mit ihr lassen sich Kettenvideos realisieren, zu denen jeweils 20 Sekunden hinzugefügt werden können. Doch wie funktioniert Riff im Detail? Verbirgt sich im Kern der vergnüglichen App vielleicht interessantes Marketing-Potenzial?

Darum geht es bei Riff

„Heute möchten wir Riff vorstellen, eine kreatives Tool, mit dem man gemeinsam mit Freunden Videos erstellen kann.“ Dieser Satz stammt aus einer Meldung zum Riff-Start von Josh Miller, Product Manager bei Facebook. Sie erschien zwar am 1. April, um einen Scherz handelt es sich aber natürlich nicht. Keine Frage, dass Facebook auch vom derzeit grassierenden Hype um Video Apps profitieren möchte.

Das Prinzip ist leicht verständlich. Beginnen wir ganz klassisch mit dem Initiator. Sagen wir einfach, die Facebook-Nutzerin Juliane ist in Frühlingsstimmung. Sie filmt dementsprechend eine idyllische Szenerie in ihrem Garten und gibt als Thema „Here comes the Sun“ an. Wenn sie das Video veröffentlicht, können alle Personen auf ihrer Freundesliste ihren eigenen, dazu passenden Clip anhängen.

So ist der Weg für eine kreative und unterhaltsame Collage gebahnt. Übrigens passt der Name der App perfekt. Riffs kennt man aus der Musik, sie bezeichnen dort kurze, stetig wiederholte Motive. Denken Sie einfach an die Gitarrenriffs in „Smoke on the Water“!

Riffs bemerkenswertes virales Potential

Bleiben wir noch kurz bei diesem Beispiel. So könnte etwa der nächste User ein paar Takte aus dem gleichnamigen Song der Beatles spielen, ein anderer eine Kreide-Zeichnung anfertigen und so weiter. Mit jedem weiteren „Regisseur“ erhöht sich freilich die Menge an weiteren potentiellen kreativen Mitstreitern.

Viele Beispiel-Videos auf Riff existieren natürlich noch nicht. Das grundsätzliche Prinzip können Sie aber auch gut an diesem offiziellen Werbeclip von Facebook erkennen:

Riff: Video-App für Facebook.

Alle Clips nehmen ein spezielles Thema – hier Balance – auf und variieren es. Reiht man sie aneinander, kommt es zu einem unterhaltsamen und quirligen Mix. So ähnlich könnte es dann auch tatsächlich ablaufen. Der Erfolg hängt dabei freilich von vielen Faktoren ab. Negativ ist diesbezüglich freilich die Beschränkung auf Facebook.

Obwohl geplante Viralität ja ein Widerspruch in sich ist – die Vervielfältigungsmechanik von Riff kommt entsprechendem Bestreben auf beachtliche Weise entgegen. Angeblich wurde die App auch den durch den Erfolg der Ice Bucket Challenge im Sommer 2014 inspiriert.

Die ersten Marketing-Versuche

Damit ist freilich noch nicht geklärt, inwieweit sich Riff effektiv für Marketing-Ziele nutzen lässt. Ein potentiell hoher Viralitätsfaktor stellt sicherlich ein Plus dar. Man kommt der Sache zweifellos näher, wenn man Riff auf seine Essenz reduziert: User Generated Content. Inhalte also, die jedermann leicht erstellen und im Netz verbreiten kann. Für Unternehmen und Brands stellt dies eine durchaus interessante Möglichkeit dar.

Für einen ersten Eindruck ist dieser Clip durchaus geeignet. Allzu aussagekräftig ist dieses von der Besetzung des Musicals „An American in Paris“ gedrehte Riff-Video allerdings nicht. Es wurde nämlich vor der eigentlichen Veröffentlichung von Riff und vor allem nicht unter normalen Bedingungen realisiert. Allerdings ist es bezeichnend, dass Facebook ausgerechnet diesen Clip als allererstes Beispiel in der bereits erwähnten Ankündigung präsentierte. Was folgt nun daraus?

So könnte Riffs Rolle im Online Marketing aussehen

Ausschlaggebend ist doch Folgendes: Bei diesem Clip handelt es sich eben nicht um User Generated Content. Dies war ja auch nicht möglich, da Riff noch gar nicht gestartet war. Mit ein wenig Fantasie lassen sich jedoch zukünftige Einsatzmöglichkeiten erahnen, vorausgesetzt natürlich, Facebook nimmt entsprechende Anpassungen vor.

So könnte etwa eine Marke mit einem Video den Anfang machen und die Follower reichen dann den Stab weiter. Es bieten sich also interessante Möglichkeiten zur Imagepflege und Kundenbindung. Dabei ist freilich eine permanente Qualitätskontrolle notwendig, doch bereits jetzt kann der Initiator unliebsame Videos entfernen. Eine gewisse Gefahrenquelle ist dabei allerdings schon auszumachen. Wenn eine Marke etwa etliche Videos entfernt, droht der Ärger der Fans. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Fazit

Es ist sicherlich noch zu früh, um wirklich abschätzen zu können, ob und inwieweit Riff Spuren hinterlassen wird. Wer sich allerdings für aktuelle Trends in den sozialen Medien interessiert, sollte die Entwicklungen rund um die App genau im Auge behalten. Hier bieten sich durchaus Möglichkeiten, um zum Pionier zu avancieren und für Aufmerksamkeit zu sorgen. Angesichts von schwindenden organischen Reichweiten und allgemeiner Reizüberflutung ist dies ja im Online Marketing ein immer schwieriger zu erreichendes Ziel.

Planloses Handeln sollte jedoch gerade in diesem Kontext dringend vermieden werden, weder beim Video am Anfang noch bei der Kuratierung. Viralität kann Wunder wirken, jedoch auch das absolute Gegenteil herbeiführen. Generell scheinen wohl bunte Lifestyle-Produkte bei einer App wie Riff die besseren Karten zu haben. Andere Netzwerke wie Vine lehren uns jedoch auch, dass gerade die „Verpackung“ eine Schlüsselrolle einnimmt. Kreativität kann viele Hürden überwinden.

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Bildquelle: ponsulak (istockphoto.com)

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