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Recap: UX-DAY Konferenz 2017 in Mannheim

Auch dieses Jahr ist ein Teil unseres UX Teams wieder nach Mannheim gefahren. Dort fand in der alten Feuerwache der UX-DAY 2017 statt – mit vielen neuen Ideen und Trends rund um das Thema User Experience.

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Von zwei ausgewählten Vorträgen möchten wir an dieser Stelle etwas genauer berichten.

(Wirtschafts-)Psychologie meets UX Design

Interaktive Technologien rufen bei uns Menschen inzwischen immer öfter positive Erlebnisse hervor. Daher ist es für Unternehmen heutzutage umso wichtiger geworden, ein Lebensgefühl um ein Produkt herum aufzubauen, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Gute User Experience ist heute einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Sarah Diefenbach, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der LMU München, erklärte in ihrem Vortrag, wieso psychologische Erkenntnisse ein UX Konzept und Design maßgeblich bereichern können.

Um das Ganze greifbar zu machen, wurde ein kleines Beispiel angeführt: Die Musikbox „Mo“. Wer solch eine Musikbox besitzt, kann sie mit seiner persönlichen Lieblingsplaylist via Bluetooth bespielen. Bringen nun mehrere Leute ihre eigene „Mo“ zu einer Party mit, verbinden sich die einzelnen Boxen automatisch untereinander und formen eine kombinierte Playlist (UX Konzept). Dies schafft Verbundenheit (psychologisches Bedürfnis) unter den Partygästen, da jeder Musikgeschmack gleich beachtet wird. Eine weitere Besonderheit ist, dass „Mo“ weder ein Display noch einen Skip-Button besitzt (UX Design). Dadurch entsteht zum einen ein Kommunikationsbedürfnis, wenn zum Beispiel herumgefragt wird, welches Lied gerade abgespielt wird und wer dieses mitgebracht hat. Zum anderen wird jeder gleichberechtigt behandelt, da kein Lied abgebrochen werden kann – Jeder Musikgeschmack und jeder Partygast findet so eine entsprechende Beachtung (ebenfalls ein psychologisches Bedürfnis).

Diese Beispiele verdeutlichen, wie wichtig psychologische Denkansätze für ein UX Konzept bzw. ein UX Design sein können und wie sich die Felder gegenseitig bereichern. Denn die Wirtschaftspsychologie und das UX Design haben eine gemeinsame Mission: sie wollen Menschen glücklich machen, Bedürfnisse verstehen, diese ernst nehmen und dadurch einen Mehrwert für den Kunden schaffen. Hierfür formte Sarah Diefenbach einen neuen Begriff, den in Zukunft jedes Unternehmen aufgreifen sollte: die wohlbefindensorientierte Gestaltung.

 

Performance Optimierung

Fabian Ziegler, Gründer und Geschäftsführer der Digitalagentur Team23, erklärte in seinem spontanen Vortrag, wie wichtig die richtigen Ladezeiten heutzutage für Websites sind. In der Regel springen die meisten Nutzer bereits ab, wenn eine Seite länger als drei Sekunden lädt. Doch längere Ladezeiten sind aufgrund höherer Datenmengen nur selten bis gar nicht vermeidbar.

Hier zeigte Frank Ziegler auf, dass es dabei in erster Linie weniger um die Verbesserung der Ladezeiten an sich geht, sondern vielmehr darum, dass der Nutzer vor allem nicht das Gefühl bekommt, dass er wartet. Dies kann durch folgende Methoden bewirkt werden:

Skeleton Loading

Unternehmen wie LinkedIn und Facebook machen es vor: Eine im besten Fall animierte, vereinfachte Darstellung von einfarbigen Balken oder von weichgezeichneten Thumbnails. Diese laden sehr schnell, fungieren als Platzhalter und zeigen dem Nutzer sofort: „Hier passiert etwas. Genau hier wird gleich das Richtige dargestellt“.

Animierte Grafiken statt klassischer Ladebalken

Sieht der Nutzer nicht die typischen, ihm bereits bekannten Ladebalken, sondern neuartige Animationen (zum Beispiel ein Logo, welches hin und her fliegt), ist er so beschäftigt damit, der Bewegung zu folgen, dass er die Wartezeit schlichtweg nicht bemerkt.

Laden im Hintergrund

Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Seite sofort geladen ist, obwohl viel Content im Hintergrund geladen wird – der Nutzer bemerkt den Ladevorgang allerdings nicht. Stichwort hierzu: Lazy Loading.

Predictive Loading

Diese Methode verwendet zum Beispiel Google Chrome. Dabei wird die Seite, die höchstwahrscheinlich aufgerufen werden wird, bereits vorab geladen. Diese Wahrscheinlichkeitsberechnung basiert auf Statistiken und Nutzerprofilen.

 

Wir kommen wieder…

Insgesamt gab es wieder viele spannende Vorträge mit neuen Denkanstößen. Wir werden auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei sein und freuen uns schon jetzt.

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