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Pinterest – Funktionsweise & Chancen für E-Commerce

Das aufstrebende soziale Netzwerk Pinterest ist momentan ein großes Buzzthema und medial in aller Munde. Doch was ist Pinterest eigentlich genau? Nur ein weiteres soziales Netzwerk, welches einen Hype erfährt oder besitzt es tatsächlich Potenzial für die Zukunft? Im folgenden Blogartikel wollen wir einen kurzen Überblick über die Funktionsweise geben und die Chancen für den E-Commerce Bereich aufzeigen.

Bei Pinterest handelt es sich um einen Bilder-Bookmarkingdienst, welcher es dem Nutzer erlaubt sogenannte Pinnboards (also Pinnwände), zu beliebigen Themen anzulegen und diese mit Bildern zu füllen. Dabei reichen die Themen von Mode, Design, Architektur, Musik bis hin zu do-it-yourself-Bauanleitungen und beliebten Reisezielen.

Zu welchen Themen Pinnboards erstellt werden bleibt dabei gänzlich den Nutzern überlassen und so finden sich natürlich auch Boards wie „Adorable Animals“ auf Pinterest wieder.

Da das Layout von Pinterest selbst an eine Pinnwand oder ein Schwarzes Brett erinnert, macht es vor allem Sinn visuell starke Inhalte anzupinnen, da diese am Besten zur Geltung kommen. Fotos, Videos, Infografiken & Illustrationen, welche dem Nutzer beim Surfen auffallen und die ihm gefallen, lassen sich ganz einfach durch den Pinterest-Button, welcher sich in die Browserleiste integrieren lässt, auf ein Board pinnen.

Neben der Möglichkeit beim Surfen auf externen Seiten Inhalte zu pinnen, bietet Pinterest zudem die Möglichkeit das Netzwerk nach Kategorien zu durchsuchen. So lassen sich zu verschiedenen Themen zahlreiche Pinnboards von anderen Nutzern entdecken, deren einzelne Pinns wiederum durch einen Klick auf den Repin-Button in die eigenen Boards aufgenommen werden können. Alternativ können Inhalte auch nur durch einen Klick auf den Like-Button gespeichert und müssen somit nicht zwangsläufig einem Board hinzugefügt werden.
Stößt man beim Durchstöbern von Pinterest auf Boards, die einen interessieren, hat man die Möglichkeit diese auf die Follow-Liste zu setzen. Diese Funktion kommt quasi einem Abo gleich und somit bleibt man immer auf dem Laufenden und sieht, wenn dem Pinnboard neue Inhalte hinzugefügt werden. Alternativ kann man auch dem Nutzer, welcher das Pinnboard erstellt hat, auf die Follow-Liste setzen und bleibt somit immer über alle seine Pinterest-Aktivitäten auf dem Laufenden.

Besonders auffällig beim Hype um das neue Netzwerk ist, dass Pinterest anhand der Klickstatistiken mittlerweile auf einer Stufe mit Google+ und Twitter steht. Insgesamt steht Pinterest in der von Shareaholic durchgeführten Nutzungsstudie auf Platz 5.

Somit wird das Netzwerk auch für Marken und insbesondere Online-Shops zunehmend interessanter. Denn so lassen sich z.B. komplette Pinnboards für neue Produktreihen oder Kollektionen erstellen. In den Beschreibungen der Pins kann zudem auf den Online-Shop verwiesen werden. Oder noch besser, die Marke erstellt die Pinnboards direkt mit den Produktbildern aus dem eigenen Online-Shop und stellt somit einen direkten Link in den Online-Shop her. Die Nutzer können diese Pins dann repinnen.

Das bedeutet natürlich auch, dass bei der Gestaltung von Online Shops in Zukunft, will man die Möglichkeiten von Pinterest komplett ausschöpfen, insbesondere auf visuellen Content, der sich gut in Pinnboards integrieren lässt, Wert gelegt werden sollte.

Besonders für die Mode-, aber auch für die Lebensmittelbranche, also Bereiche in denen Visualisierungen zum Kauf anregen sollen, wird Pinterest in Zukunft von Bedeutung sein. Somit verwundert es auch nicht, dass z.B. in den USA über die Hälfte der Nutzer weiblich ist.

Bei allen positiven Nachrichten und Chancen, welche das Netzwerk aufweist, sollte man jedoch nicht vergessen, dass es durchaus auch kritikwürdige Punkte zu erwähnen gibt. So begeht man quasi beim Pinnen von Inhalten von externen Seiten einen Urheberrechtsverstoß. Dieser Problematik versucht Pinterest mittlerweile durch einen Opt-out-Code, welcher Webseiten-Betreibern zur Verfügung gestellt wird und das Anpinnen von Inhalten verbietet, entgegen zu wirken.

Ebenfalls nicht unerwähnt sollte die Tatsache bleiben, dass Pinterest zuletzt in die Kritik geriet, weil sie scheinbar einige einfache Links gegen Affiliate-Links austauschten.

Inwiefern gerade die Debatte um die Urheberrechtsverletzungen, insbesondere in Deutschland möglicherweise einen Durchbruch von Pinterest verhindern könnte, bleibt abzuwarten.

In jedem Fall sind die Chancen, welche das Netzwerk für Marken und Online-Shops bietet, durchaus interessant. Die ersten kreativen Konzeptansätze für deutsche Marken werden sicher nicht mehr sehr lange auf sich warten lassen.

geschrieben von Michael Schößler

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