Live-Streaming für den Mittelstand

Live-Streaming für den Mittelstand

Videos sind im Trend, und zwar nicht nur Online-Videos auf YouTube. Der Hit ist das Live-Streaming. Hier hat sich eine neue Art entwickelt, Videos zu konsumieren und vor allem auch zu produzieren. Marketing mit Live-Streaming wird spannender, spontaner und authentischer. Denn Aktualität und Echtzeit wird immer wichtiger und da ist das Live-Streaming natürlich unschlagbar. Das Buzzword lautet hier: Realtime-Marketing. Aber ist es ein Trend, den auch mittelständische Unternehmen für ihre Unternehmenskommunikation aufgreifen sollten?

Dies ist der zweite Teil unserer Reihe zum Thema „Corporate Videos“. Nachdem wir im letzten Beitrag auf YouTube als Marketingkanal für Unternehmen, 360-Grad-Videos und Virtual Reality eingegangen sind, geht es in diesem Beitrag um das Thema Live-Streaming und Social Streaming mit Blick auf mittelständische Unternehmen.

Der Trend: Mobiles Live-Streaming

Wie funktioniert das mobile Live-Streaming? Als Zuschauer kann man sich hier mit dem Smartphone in eine Live-Übertragung einklinken und das Video in Echtzeit verfolgen. Jeder Nutzer kann aber auch selbst einen Live Broadcast auf dem Smartphone starten. Hier wird man also selbst zum Realtime-Reporter und jeder kann live dabei sein. Smartphone Apps wie Periscope und Meerkat machen es möglich. Das Einzige, was man hier braucht, ist ein ruhiges Händchen und eine gute Datenverbindung. Der Nachteil? Wer nicht live dabei ist, hat es verpasst. Denn die Streams werden nicht aufgezeichnet (bzw. bei Periscope für 24 Stunden). Es entsteht hier also eine Exklusivität, die den Reiz dieses Konzeptes ausmacht. Die Live-Streamings können mit relevanten Hashtags versehen werden, sodass sie besser gefunden werden können und Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Meerkat und Periscope
Echtzeit-Marketing mit Meerkat oder Periscope

Meerkat ist zwar schon länger auf dem Markt, Periscope hat jedoch, was die Nutzerzahlen betrifft die Nase vorne. Demnach hat Twitter mit Periscope einen Rivalen zu Meerkat gelauncht. Relativ frisch ist nun auch Facebook mit dabei. Allerdings benötigt man bei Facebook eine Mentions-App und die steht derzeit nur Personen des öffentlichen Lebens zur Verfügung, die einen verifizierten Facebook-Account haben. Vor allen Dingen sollen Experten und Influencer Facebook vermehrt als Live-Berichterstattungskanal nutzen.

Social Streaming

Das Verständnis von Video verändert sich. Denn Live-Stream ist nur gleich Live-Stream. Hinzu kommt die Komponente Social Media. Zuschauer können bei Periscope beispielsweise Herzchen vergeben, vergleichbar mit einem Applaus, den Sie als Live-Reporter auch direkt hören bzw. sehen können. Außerdem können die Zuschauer auch live kommentieren, sich somit tatsächlich in Echtzeit einbringen und mit dem Reporter kommunizieren.

Welche Möglichkeiten aber bietet das Live-Streaming Unternehmen? Live-Streams können zu unterschiedlichen Gelegenheiten genutzt werden. Unternehmen wie Starbucks, Adidas und co. machen es vor. Vor allem bei relevanten Firmen-Veranstaltungen bietet es sich an, die Smartphone Apps als Liveübertragungs-Tool anzuwenden. Bei einem Produkt-Launch, beim Darstellen eines Herstellungsprozesses oder um Blicke hinter die Kulisse und einen echten Eindruck der Betriebsatmosphäre zu geben – all dies sind Möglichkeiten, bei denen Unternehmen und Marken Live-Streaming einsetzen können. Live-Streams können aber beispielsweise auch für Tutorials genutzt werden. So kann ein Kunde von Ihnen erfahren, wie ein Produkt anzuwenden ist und direkt Fragen stellen und Feedback geben. Besonders wertvoll ist die Tatsache, dass Unternehmen hier unmittelbar Rückmeldung bekommen können. Auch, wenn nur scheinbar wenig Zuschauer dabei sind, können diese sehr interessiert an ihren Inhalten sein und wertvolles Feedback geben.

Kurzum: Das Live-Streaming bietet Unternehmen große Chancen. Der Kunde hat hier das Gefühl mittendrin zu sein und ganz nah am Geschehen. Auch die Kommunikation auf gleicher Augenhöhe mit dem Kunden, gibt ihm das Gefühl ein Teil des Events, ein Teil Ihres Unternehmens zu sein. Echtzeit-Marketing kann also für Marken und Unternehmen sehr interessant sein. Allerdings sollte man in Sachen Urheberrechte, GEMA-Gebühren und Persönlichkeitsrechte aufmerksam sein. Sei es die Musik bei einem Firmen-Event oder die Personen, die im Bild sind – hier ist Vorsicht geboten.

Ideal für den Mittelstand: Die Vorteile

Live-Streaming ist ein gutes Kommunikationswerkzeug für den Community-Aufbau und das Schaffen von Transparenz. Es macht ein Unternehmen persönlicher und menschlicher. Man kann hier in Kontakt mit Kunden treten und seine Fans einbinden. Mit den Live-Videos kann also ein hohes Maß an Vertrauen geschaffen werden und eine Verbindung zum Zuschauer.

Besonders vorteilhaft im Social Streaming ist, dass man direktes Feedback von den Zuschauern bekommt – man sieht, wie viele Zuschauer live dabei sind und wann sie abspringen. Man bekommt also ein unverfälschtes Feedback. Im Chat können Live-Streamer wertvollen Input von den Zuschauern bekommen und somit Einsicht in die Wünsche und Probleme der Zielgruppe.

Ein weiterer Vorteil, den das Social Streaming gegenüber YouTube-Videos bietet, ist eindeutig, dass es wenig zeitlichen Aufwand bereitet. Unternehmensvideos sollen immer von hoher Qualität sein. Es soll ein strategisches Konzept und professionelles Drehbuch vorliegen. Bis hin zur Umsetzung ist ein Video demnach mit viel Aufwand verbunden. Beim Live-Streaming hingegen fallen keine Vorproduktion und keine Nachbereitung an. Die Videos werden einfach live veröffentlicht und sind daher weniger aufwändig. Dies macht das Konzept des Live-Streamings besonders interessant für mittelständische Unternehmen. Eine kostengünstige Alternative also.

Die Knackpunkte

In der YouTube-Welt kann bis ins Detail geplant werden, Scripts werden geschrieben und bearbeitet. Im Live-Streaming ist das natürlich nicht möglich. Die Videos werden in rohem Zustand im wahrsten Sinne des Wortes rausgehauen – keine Zweit-Takes, keine Schnitte. Es braucht hier also Mut zu Fehlern. Auf der anderen Seite haben Unternehmen somit die Chance, sich von einer ganz persönlichen und authentischen Seite zu zeigen.

Häufig sind mittelständische Unternehmen im Industriebereich tätig. Für diese Unternehmen stellt sich die Herausforderung interessante Inhalte für einen Live-Stream zu finden und diese ansprechend zu produzieren. Unternehmen im Maschinenbau oder in der Elektroindustrie haben es da auf den ersten Blick schwieriger als beispielsweise ein Fußballverein. Aber auch hier können mit etwas Kreativität interessante Inhalte übermittelt werden, die der Community einen Mehrwert bieten.

Oft sind Unternehmen im Mittelstand allerdings auch im B2B-Bereich angesiedelt. Hier gilt es zu entscheiden, ob das Live-Streaming mit einer Smartphone App oder eventuell mit einem anderen Medium wie etwa GotoMeeting oder Google Hangouts sinnvoller sind. Möchte man beispielsweise ausschließlich Webinars oder Online-Konferenzen für ausgewählte Kontakte veranstalten, macht es durchaus Sinn andere Formate gegenüber dem Live-Streaming mit Periscope oder Meerkat vorzuziehen.

Fazit

Es bleibt natürlich auszuwägen, ob das Streaming zum Unternehmen und zur Zielgruppe passt. Ein treffender und stimmiger Ansatz mit passendem Konzept ist ganz wichtig, um das Live-Streaming professionell einzusetzen und nicht nur larifari bei diesem Hype mitzumischen.

Braucht jedes Unternehmen einen Live-Stream für das nächste Firmen-Event? Man sollte sich also zunächst immer erst die Frage stellen: Warum? Welchen Zweck erfüllt es? Und bringt es das Unternehmen seinen Zielen näher? Mit relevantem Thema und passender Zielgruppe kann das Live-Streaming allerdings einen enormen Mehrwert bieten.

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