Onlineshops

Klassische Kataloghändler im E-Commerce

Diese Woche wurde der Insolvenzantrag des Versandhandels Neckermann bekanntgegeben. Vermutlich resultiert dieser letzte Schritt aus einer zu spät erfolgten Fokussierung auf den Onlinehandel. Der Webmatch-Blog zeigt im Folgenden, dass dies Shopbetreibern keinen Grund zur Verunsicherung bietet.

Alex Jakubowski begründet die Insolvenz darin, dass Neckermann „letztendlich [verpasst] hat […], auf den Onlinehandel frühzeitig genug zu setzen“. Nach dem Shopbetreiber-Blog versuchten es die neuen Investoren mit der Online-First-Strategie, jedoch scheint dieser Schritt etwas spät erfolgt zu sein. Zudem wurde der Katalog erst im April dieses Jahres eingestellt. Im E-Commerce herrscht reger Wettbewerb, weshalb es kein leichtes Unterfangen ist, sich kurzfristig in dieses Geschäft zu begeben.

Die Konkurrenz ist groß. So wird das vier Jahre junge Startup Zalando beispielsweise von der Wirtschaftswoche Online als „Europas größter Online-Only-Versand von Schuhen und Kleidung“ bezeichnet.

Auch OTTO hat im E-Commerce-Bereich verstärkt ausgebaut, versendet jedoch ebenfalls weiterhin den Katalog. OTTO zeigt hierbei exemplarisch, wie E-Commerce und Social Media miteinander verknüpft werden können. So verfügt der Versandhandel über einen sogenannten Social-Media-Room, in dem Besucher der OTTO-Website die unterschiedlichen Statements in den jeweiligen sozialen Netzwerken einsehen können. Dabei kann differenziert werden, ob sämtliche Beiträge oder ausschließlich Meldungen aus einem bestimmten Social-Media-Kanal angezeigt werden. OTTO agiert hier sehr vorbildlich und präsentiert sich nicht nur auf Facebook, Twitter und YouTube, sondern auch auf allen anderen bekannten Plattformen. Zudem veröffentlicht der Versandhändler in seinen beiden Blogs regelmäßig Beiträge. Mit seiner Social-Media-Strategie hat OTTO sogar nahezu doppelt so viele Facebookfans wie Zalando.

Dennoch musste auch OTTO trotz eines Wachstums des gesamten Versandhandels von über 12% Einbußen von 2,1% hinnehmen. Spießer Alfons erachtet außerdem die Printwerbung des Versandhändlers, die auch online geschaltet wird, als weniger ansprechend, altmodisch und nicht den Ansprüchen der Netzgeneration entsprechend. Der Blogger wirft OTTO überdies vor, zu spät auf den E-Commerce gesetzt zu haben. der Versandhändler scheint diese verspätete Reaktion jedoch mit seinem großen Social-Media-Engagement auszugleichen. Kundenanfragen auf den OTTO- und Zalando-Facebookseiten werden schnellstmöglich bearbeitet. Das ist auch bei der Neckermann-Facebookseite der Fall, allerdings wird hier trotz vieler schneller und freundlicher Antworten deutlich, dass der Kundensupport hier weniger gut funktioniert. So wurde eine die Lieferzeit betreffende Kundenanfrage zwar zunächst beantwortet, nach weiteren Nachfragen aber ignoriert.

Zalando und OTTO zeigen folglich, dass E-Commerce durchaus profitabel sein kann. Lassen Sie sich deshalb von Insolvenzen anderer Konzerne nicht einschüchtern. Um E-Commerce erfolgreich nutzen zu können, ist es wichtig, die eigene Vorgehensweise im Onlineshop regelmäßig zu reflektieren und die möglichen Gefahren schnell zu identifizieren. André Morys hat in dem Blog konversionsKRAFT für Shopbetreiber eine Checkliste zusammengestellt, anhand derer die Selbstreflexion erleichtert werden kann. Überdies ist es wichtig, seinen Shop an die sich verändernden Regularitäten, wie aktuell die Buttonlösung, anzupassen und sich aktiv im Social Web zu profilieren. Es gilt, mutig zu sein und sich den Herausforderungen des E-Commerce zu stellen.

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2 Kommentare

  1. […] haben bereits darüber berichtet, dass Neckermann Mitte dieses Monats seinen eigenen Insolvenzantrag […]

  2. ItotheB sagt:

    Zalando beantwortet Social Media Anfragen leider nicht schnell: Z braucht mehr als 18 Stunden, OTTO nur 38 Minuten.
    Außerdem verfügt OTTO zwar über strategische Ansätze in Social Media, hat aber noch kein ausgefeiltes und fundiertes Social Media Konzept für alle Kanäle.
    LG