Köln möchte Internethauptstadt werden

Gestern fand im großen Sitzungssaal des Kölner Rathauses die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Internethauptstadt Köln“ statt. Eingeladen hat dazu die Kölner SPD-Fraktion.

ihsk

Referiert und (oft leider nur wenig) diskutiert wurden die Möglichkeiten und Ansprüche die eine Medienstadt wie Köln ebenfalls zu einer Internetstadt machen kann. Die Moderation übernahm Valentina Kerst.

Die ersten beiden Frontal-Vorträge wirkten wenig innovativ und blickten weit zurück in die evolutionale Vergangenheit. Hier vielen ständig Stichwörter wie Kutschen, Pferde, die Eisenbahn und es wurde über zurückliegende Technikepochen und die technische Entstehung des Internets umschweifend referiert.

Diese Inhalte waren merklich für den großen Teil des Publikums wenig informativ und führten zu einem ansehlichen und den Abend über durchaus unterhaltsamen Twitterstream. Schließlich wurde das Publikum auch dazu aufgefordert, live aus der Veranstaltung über das wohlbemerkt komplett freie und offene Rathaus-W-LAN zu twittern.

roters

Die Twitterdiskussionen wurden immer emotionaler und so gab ein Teilnehmer (@SimonRabente) Kölns regierendem Oberbürgermeister Jürgen Roters kurzerhand sein Handy und zeigte ihm den Twitterstream.

Guido Baumhauer, Deutsche Welle
Guido Baumhauer, Deutsche Welle

Als letzter Referent kam Guido Baumhauer von der Deutschen Welle und weckte den Sitzungssaal mit seinem durchaus bewegenden Vortrag auf.

Es folgte daran eine „Diskussionsrunde“, bei dem aber leider nur Fragen gestellt und kaum Antworten gegeben wurden.

Vorschgelagen wurde am Ende von mehreren Teilnehmern (unter Beifall der anderen Teilnehmer) die Durchführung eines speziellen Barcamps zu diesem Thema, da eine Frontalveranstaltung diesem Thema, dass durch die Teilnehmer selbst bestimmt und lokal verarbeitet wird, und dem Ziel InternetHAUPTstadt zu werden nicht wirklich gerecht wird. Auch wir halten hier ein Barcamp für sehr sinnvoll!

rathaus

Für so ein Projekt werden „Leitwölfe“ gebraucht, wie Guido Baumhauer, der den Spirit einer Internetbranche auch vermitteln kann und die Ansprüche scheinbar sehr gut zu kennen scheint. Die Aufgabe der Stadt bzw. Politik sollte hierbei lediglich bei der Bereitstellung von geeigneten Strukturen für die lokale Internetszene (z.B. Beratung und die aktive Förderung von Start-Ups) und die Initiierung einer zentrale Plattform liegen.

Insgesamt zeigte der Abend, dass in der Politik langsam eine Bereitschaft besteht, aber sie es noch nicht ganz verstanden hat, worauf es hierbei ankommt. Wenn sich alle Akteure der Kölner Internetszene gemeinsam engagieren (und Berlin nicht dieselben Pläne verfolgt) kann dieses ambitionierte Vorhaben – eine Internethauptstadt zu werden – durchaus funktionieren.

Vier pointierte Twitterzitate des Abends:

@ertelt „man spürt geradezu wie der Geist der Innovation aus der Holzverkleidung herausbricht #ihsk“

@nielsbenson: Das Publikum ist mal wieder unpolitischer (und kompetenter) als das Podium. #ihsk

@thomasbachem: Nicht nur auf die Politik warten, sondern die Sache selbst als Kölner Unternehmer anpacken!

@Van_Fonsing: Fazit aus dem Publikum: Viel los in Köln, aber Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren fehlt. Hier ist die Stadt gefordert. #ihsk“

Wie es auch immer weiter geht. Wir tragen als Internetagentur gerne unseren Teil dazu bei, diese Stadtperle am Rhein zur offiziellen Internethauptstadt zu machen.

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Ein Kommentar

  1. Sleepy sagt:

    Schön zusammengefasst, die Initiative BarCamp haben wir man aufgenommen und erste Schritte unternommen, siehe auch: http://wiki.ihsk.org