Conversionrate Optimierung bei Online-Shops – wie aus Fans Kunden werden

Studien haben gezeigt, dass die ersten fünf Sekunden über Erfolg und Niederlage einer Seite entscheiden. Es geht also wortwörtlich um Sekunden, die bestimmen, ob ein Fan zum Kunde wird oder sich doch lieber bei der Konkurrenz umschaut.
41,2 Millionen der Deutschen kaufen Waren oder Dienstleistungen über einen Online-Shop (dies entspricht einem Anteil von 74% der Internetnutzer ab zehn Jahren), der Wettbewerb unter den Shop-Betreibern im World Wide Web steigt also immer mehr an.

Onlineshopper

Sie stehen vor der Herausforderung ihre Webseitenbesucher zu loyalen Käufern zu konvertieren, um sich gegenüber der Konkurrenz durchzusetzen. Dabei rückt vor allem die Usability immer mehr in den Fokus.
Doch wie orientieren sich Besucher eigentlich in der virtuellen Welt? Ohne großen Aufwand, schnell und durch ansprechendes Design möchten sie problemlos in den Online-Shops stöbern. Dabei sind sie allerdings weitgehend auf sich alleine gestellt.

Kein Verkäufer in Sicht?

Versetzen Sie sich doch einmal in folgende Lage: Sie kommen an einem Samstagmittag in einen ihnen bisher fremden Elektroladen, und sind auf der Suche nach einem Wecker. Die Regale sind voll mit unterschiedlichen Produkten und überall um Sie herum Menschen, die ebenfalls nach etwas suchen. Völlig überfordert laufen Sie durch die Gänge, doch weit und breit keine Wecker in Sicht! Was machen Sie? Um Ihre Suche etwas abzukürzen, da sie unter Zeitdruck stehen, schauen Sie sich wahrscheinlich nach einem dieser netten Verkäufer um, der Ihnen sofort weiterhelfen kann und ihr Problem ist gelöst.
Doch wie verhalten Sie sich wenn es diese Verkäufer nicht gibt? Sie würden wahrscheinlich Ihren Kauf abbrechen und enttäuscht den Laden verlassen. So ähnlich sieht es in der virtuellen Welt aus. Shopper sind hier ganz auf sich alleine gestellt. Sie klicken sich selbständig durch die Angebote der Online-Shops. Auf Verkäufer, die ihnen unterstützend zur Seite stehen, können sie nicht zählen. Daher ist es enorm wichtig, dass der Shop klar strukturiert und übersichtlich aufgebaut ist. Ein Großteil der potenziellen Käufer bewegt sich nämlich getreu dem Motto „Don´t make me think!“  durch das World Wide Web. Ganz intuitiv und problemlos wollen sie sich durch die virtuelle Welt bewegen ohne dabei auf Hindernisse zu stoßen. Jegliche Anstrengung des Gehirns würde somit die Gefahr in sich bergen, dass der Besucher den Online-Shop enttäuscht verlässt und nicht wieder zurückkehren wird.

5 Tipps zur Gestaltung des Online-Shops, damit Fans zu Kunden werden:

1. Stellen Sie wichtige Informationen im Inhaltsbereich dar!
Der Besucher des Web-Shops „scannt“ die Seite nach einem bestimmten Schema. Er beginnt links oben, dann wandert sein Blick am Header entlang über rechts Außen und schließlich diagonal durch den zentralen Inhaltsbereich wieder nach links zur Navigationsleiste. Zum Schluss konzentriert er sich ausschließlich auf den mittleren Teil der Seite und investiert in diesen Teil die meiste Zeit. Deswegen sollten in diesem Bereich die wichtigsten Informationen dargestellt werden.

Webseite
2. Vermeiden Sie langes Scrollen!
Viele potenzielle Kunden surfen mit einer durchschnittlichen Monitorauflösung von ca. 1024 x 768 Pixel oder 1280 x 1024 durch das World Wide Web. Daran können sich Web-Shop Betreiber orientieren. Trotzdem ist es in vielen Fällen unvermeidbar, dass sich eine Webseite über mehrere Seiten erstreckt. Tipp: Bieten Sie am Ende der Seite die Möglichkeit über einen Button zum Seitenanfang zurückzugelangen.

3. Wählen Sie die richtigen Farben!
Harmonieren Farben miteinander, dann hinterlassen sie positive Eindrücke. Gute Farbkombinationen sind z. B. grün/türkis, rot/orange oder blau/violett. Aber Achtung: Auch kulturelle Hintergründe müssen berücksichtigt werden! In westlichen Ländern gilt weiß als Farbe der Reinheit und Klarheit. In Japan oder China hingegen assoziieren die Menschen damit den Tod. Da Webseiten weltweit zugänglich und auch oft besucht werden, sollten kulturelle Unterschiede nicht vernachlässigt werden.

4. Gestalten Sie ansprechende Buttons!
Die richtige Gestaltung der Schaltflächen lenkt die Aufmerksamkeit auf diese. Daher sollten Sie Kalt-Warm-, Hell-Dunkel- oder Komplementär-Kontraste verwenden. Eine interessante Optik wird durch einen Button mit abgerundeten Ecken in 3D-Ansicht erzeugt, denn somit kommt der virtuelle Knopf einem echten sehr nahe. Ohne langes Überlegen und intuitiv erkennt der Besucher, dass ein Symbol zum Anklicken vorliegt und wird indirekt zum Handeln aufgefordert. Wer ausgefallene, eigens kreierte Symbole verwendet, läuft Gefahr Käufer zu verunsichern und diese frühzeitig zu verlieren.

5. Schaffen Sie Vertrauen!
Gütesiegel, wie bspw. „geprüfter Marktplatz“, schaffen Vertrauen und Sicherheit. Dies fand das Marktforschungsunternehmen GfK im Rahmen einer Umfrage zum Thema Gütesiegel heraus. Das Ergebnis zeigte eindeutig, dass für mehr als die Hälfte der Einkäufer das Zertifikat eine große Rolle spielt. Denn 62,1% stuften das Gütesiegel als „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“ ein.

Gütesiegel

Fazit:

Wollen Sie aus Fans Kunden machen, dann setzten Sie am besten bei der Usability an. Schon eine kleine Veränderung in Ihrem Shop kann große Wirkung erzielen. Nehmen Sie ihren Besucher an die Hand und führen Sie ihn mit Hilfe einer benutzerfreundlichen Oberfläche durch den Shop. Er wird es ihnen danken und Sie mit einem Einkauf in Ihrem Shop belohnen!

Quellen

http://www.trustedshops.de/shop-info/wp-content/uploads/2010/05/Umfrage_G%C3%BCtesiegel_110510.pdf

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/5204/umfrage/wichtigste-gruende-fuer-einkauf-im-internet/

http://www.bvdw.org/fileadmin/downloads/fachgruppen/E-Commerce/bvdw_ak_erfolgsfaktoren_usability_20080313.pdf

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/online-shopping-jeder-zweite-kauft-im-internet-ein/7480254.html

http://www.brighthub.com/internet/web-development/articles/6056.aspx

http://www.uxbooth.com/articles/10-usability-lessons-from-steve-krug%E2%80%99s-dont-make-me-think/

http://www.pitstopmedia.com/sem/perfect-checkout-button

http://www.internetworld.de/Nachrichten/Technik/Tools/Webshop-Performance-Zeit-ist-Geld-75019.html

http://books.google.de/books?id=IY_x6LpRyZAC&pg=PR2&lpg=PR2&dq=Nielsen,+Jakob;+Loranger,+Hoa+(2006):+Web+Usability.+1.+Auflage,+Addison-Wesley+Verlag:+M%C3%BCnchen.&source=bl&ots=I7IrmlfCDO&sig=uPpGYknA1y3K0efRes7N3yGoEN0&hl=de&sa=X&ei=1_OVUZfWLK6v4QTZrYFo&ved=0CE0Q6AEwAg

http://www.mag-tutorials.de/top-10-lander-nach-online-kaufern-chance-fur-den-eigenen-shop/

http://www.konversionskraft.de/tipps/kaufabbruche-im-checkout-verhindern.html

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2 Kommentare

  1. katharina sagt:

    Die zunehmenden online Einkäufe und zugleich wachsende Zahl der Online Shops bedeuten großen Konkurrenzdruck für Webshop Betreiber. Neben der einfachen Bedienbarkeit eines Online Shops ist die gesamte User-Experience für einen Kaufabschluss entscheidend. Zur Steigerung der User-Experience muss auf ein ansprechendes Design, harmonierende Farben etc. Wert gelegt werden. Bei RapidUsertests werden Bedien-und Verständnisprobleme eines Online Shops aufgedeckt und zudem ehrliche Emotionen und das natürliche Verhalten von Testern während der Produktnutzung deutlich. Die ersten Ergebnisse liegen innerhalb 24 Stunden bereit und liefern bereits gezielte Optimierungsvorschläge für den Webshop. (siehe http://rapidusertests.com/static/optimieren/shop-optimierung.html/apid=37)

  2. Modefinden sagt:

    Ein schöner Artikel mit einigen wertvollen Hinweisen zur Optimierung von Online Shops. Allerdings bin ich bei dem letzten Punkt zu den Gütesiegeln immer etwas skeptisch. Die großen „unabhängigen“ Gütesiegel leben am Ende auch nur von den (oft teuren) Gebühren, welche die Online Shops für die Aufnahme bezahlen. Aber anscheinend hilft es ja dabei, Vertrauen beim Konsumenten zu erwecken.