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Das Ende für die virtuellen Kartoffelchips

Wer schon immer den Wunsch hatte, sich selbst nach dem Verzehr von 100 Chipstüten leicht wie eine Feder zu fühlen und vorallem dabei keinen einzigen Krümel zu hinterlassen, der darf sich jetzt ärgern. Denn bis zur letzten Woche konnte man sich diesem Vergnügen auf funny-frisch Island hingeben.

Die Ära dieses wunderschönen und mit viel Arbeit erschaffene Wunderwerks der virtuellen Markenkommunikation ist nun leider offiziell zu Ende.

funny-frisch Island - eine ganzheitliche Markenwelt
funny-frisch Island – eine ganzheitliche Markenwelt

Mehr als sechs Monate Konzeptions-, Gestaltuns- und Entwicklungsarbeit steckten im Aufbau der wohl ganzheitlichsten Markeninsel in Second Life. Die beliebte Chips- und Snackmarke „funny-frisch“ startete Anfang 2007 seine umfangreichen Aktivitäten in der virtuellen Welt auf der gleichnamigen Insel.

65.000 virtuelle Quadratmeter voller kreativer Ideen, wissenschaftlich unterstützten Simulationen innerhalb einer komplett begehbaren Kartoffelchipsproduktion (funny-frisch Fabrik), virtuellen Spielen und Wettkämpfen, Fahrzeugen, komplexen Snackautomaten mit Wiederverkaufsfunktion, Erntehelfern und der bekannten Institution der funny-frisch Insel „Crispi Carter„, die beliebte Inselmanagerin.

Crispi Carter - die funny-frisch Inselmanagerin
Crispi Carter – die funny-frisch Inselmanagerin

Die Kernidee und auch die Herausforderung für uns als Berater- und Entwickler bestand darin, einen klassischen Konsumgüterartikel in einer virtuellen Welt zu etablieren, in dem Nahrungsmittel eigentlich absolut keine Rolle spielen. Denn Avatare in Second Life müssen weder essen, noch trinken um in der virtuellen Welt zu überleben. Trotz dieser offentsichtlichen technologischen Barriere, hat sich funny-frisch für diesen mutigen Kommunikationsschritt entschieden und im April 2007 auf funny-frisch Island die erste virtuelle Snackmarke im Netz zu etablieren.

Virtueller Snackautomat mit Affiliate-Funktion
Virtueller Snackautomat mit Affiliate-Funktion

Damit die Marke nicht nur auf der eigenen Terrain, sondern in der gesamten virtuellen Welt konsumiert werden kann, haben wir einen virtuellen Snackautomaten (mit Affiliate-System) für funny-frisch entwickelt. Zu genießen gab es hier das _komplette_ Snacksortiment von funny-frisch in Originalgetreuen virtuellen Nachbildungen mit Verzehrfunktion.

Virtueller Verzehrprozess / virtuelle Snackschale
Virtuelle Verzehrfunktion / virtuelle Snackschale

Besonders die virtuelle Kartoffelchipsfabrik hat in der virtuellen Welt ihres Gleichen gesucht – eine orginalgetreue und interaktive Nachbildung des realen Produktionsprozesses (aus dem Werk Wevlinghoven). Um den Prozess wirklich fehlerfrei darzustellen, stand Werksleiter Markus Kröcher beratend an unserer Seite. Er erhielt von uns eine extrem realgetreue Nachbildung seiner Person (Avatarname: Snackwell Carter) mit den für eine hygienische Produktion zwingend notwendigen Fachkleidung. Markus Kröcher führte persönlich mit seinem Avatar bei dem offiziellen Fabrikrundgängen durch die virtuellen Werkshallen.

funny-frisch Fabrik mit Produktionsleiter Snackwell Carter
funny-frisch Fabrik mit Produktionsleiter „Snackwell Carter“

Die Fabrik stand den Nutzern rund um die Uhr zur kostenlosen Besichtigung offen. Vor dem Eintritt musste der Nutzer sich die Hände zu waschen und erhielt den Hygienekittel und ein Haarnetz. Sämtliche dargestellte Arbeitsprozesse wurden orginalgetreu animiert und mit texten zusätzlich erklärt.

Um den Besuchern noch mehr Einblick in die Arbeitsabläufe zu geben, konnten diese an bestimmten Maschinen selbst auf den Produktionsprozess einwirken. Auch zum Verweilen lud die Fabrik scheinbar ein, denn nicht selten traf man dort, neben den Arbeitsmaschinen, auch in der Würztrommel geduldige Besucher, die an diesem durchaus ungewöhnlichen Ort auf Unterhaltung warteten. Die Fabrik war nicht nur spaßig, sondern auch sehr informativ und hätte wahrscheinlich selbst die „Sendung mit der Maus“-Fans befriedigen können.

funny-frisch Kartoffelacker mit Erntehelfern
funny-frisch Kartoffelacker mit Erntehelfern

Der Fabrik vorgelagert befand sich der beliebte funny-frisch Kartoffelacker. Hier konnten die Besucher der Insel bei der Ernte helfen. Hierzu standen mehrere Eimer bereit, die fast rund um die Uhr belegt waren.

Ja, wir sind stolz darauf, mit funny-frisch-Island den wahrscheinlich ganzheitlichsten Markenauftritt des gesamten Metaversums Second Life geschaffen zu haben. Am 12. Januar 2009 wurde funny-frisch unwiederbringlich vom Netz genommen. Wir danken allen Besuchern, Snackfreunden (Gruppenmitgliedern), Supportern, den engagierten Teilnehmern des RL-Treffen und natürlich funny-frisch!

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Anfang 2008 hatte funny-frisch als Veranstalter der Aktion „Fit am Ball“ einige Kinder dazu eingeladen, sich selbst anschauen zu dürfen, wie die leckeren Chips gemacht werden. Leider hatte man bei der Anfrage nicht bedacht, dass eine größere Anzahl von Kinder aus Sicherheitsgründen keinen Zutritt zu den Produktionsanlagen haben dürfen. Nach einer kurzen Beratung entschied sich die zuständige Abteilung dafür, die Rundführung in virtueller Form durchzuführen und den Kindern anhand der virtuellen Kartoffelchipsfabrik den genauen Prozess spielerisch zu erklären. Die Rundführung übernahmen wir live vor Ort – auf zwerggroßen Hockern. Interessanterweise war der virtuelle Rundgang für die Kinder alles andere als ungewöhnlich. Für sie sind die virtuellen Bewegungen ganz normal und keiner stellte die Frage, wieso der Avatar denn fliegen kann. In Harry Potter Zeiten sind so übernatürliche Begabungen logischerweise standard. Die Veranstaltung und Rundführung fand im Kinderland des 1. FC Köln statt und war ein voller Erfolg. Kinder happy, funny-frisch happy, alle happy.

Mehr Fotos von funny-frisch Island (bitte Benachrichtung bei Presseverwendung):
http://www.flickr.com/photos/dogdoor/sets/72157612701042195/

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4 Kommentare

  1. June Brenner sagt:

    Ohh – wie schade! War ein tolles Projekt!

  2. […] jetzt bei der Imagebildung mehr auf RL konzentriert, ist noch nicht bekannt. Im Netz bisher nur diese Info hier von der umsetzenden Agentur. Sobald ich etwas Neues erfahre, lasse ich es euch […]

  3. Markus "Snackwell Carter" sagt:

    Hallo Daniel,
    wirklich schade, dass dieses tolle Projekt zu Ende ist. Der Auftritt war wirklich gelungen und hat mir persönlich viel Spass gemacht.
    Euch viel Erfolg bei hoffentlich vielen anderen interessanten Projekten.
    Besten Gruss,
    Markus (Snackwell Carter)

  4. BiziP sagt:

    War ein tolles Erlebnis, vermisse es manchmal heute noch 😉 Danke dafür!