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Website-Check: Ahoj-brause.de

Der Name der Ahoj-Brause entsprang der Assoziationskette „Brause – Wasser – Schifffahrt – Matrose – Ahoj“ und leitet sich nach eigenen Angaben vom tschechischen Gruß der Seeleute „Ahoi“ ab. Die Webseite der beliebten deutschen Schleck- und Trinkbrause Ahoj-Brause.de ist aber alles andere als ein freundlicher Gruß an den Besucher. Sie wirkt zwar auf den allerersten Blick erfrischend bunt und lebendig, verlässt man allerdings die Startseite und beschäftigt sich etwas mit dem Internetauftritt eckt man immer wieder an und fühlt sich mitunter wenig willkommen.

Startseite

Die Startseite zeigt sich bunt und brodelnd. Im Header schwirrt ein Claim „Mach was prickelndes!“ mit der Anmutung einer Wasserschlange zwischen den Luftblasen auf und ab. Im Content-Bereich präsentieren sich bunt zusammengeworfene „Brause-Neuheiten“ neben einer aufgeräumt wirkenden Sidebar.

Die Startseite von ahoj-brause.de
Die Startseite von ahoj-brause.de

Für den Besucher, der lediglich ein bißchen rumstöbern will und den die Unordnung nicht abschreckt ist die Aufmachung sicher ausreichend; versucht man aber, sich Infos dieser Startseite zu kopieren, beispielsweise für einen Artikel über die Webseite, erkennt man, dass der Inhalt der Startseite nur ein großes Bild ist. Offensichtlich ist man davon überzeugt, dass es besser ist, wenn Google & Co nicht mitbekommen, welche Produkte neu bei Ahoj sind. Auch sehbehinderte Menschen werden hierdurch komplett ausgeschlossen und auch im immer beliebter werdenden mobilen Internet will man sich anscheinend nicht platzieren – die meisten Browser laden die Bilder nämlich erst auf Anforderung des Nutzers, um Traffic zu sparen. Die Startseite bliebe hier also leer, wenn trotz der mehrfach verschachtelten Frames überhaupt irgendetwas angezeigt wird.

Über die Navigation gelangt man zu den weiteren Bereichen der Webseite. Angenehm fällt hier auf, dass jeder Bereich ein eigenes Farbschema erhält. Die Farben sind an die Geschmacksrichtungen der Ahoj-Brause angelehnt. So stellt sich der Unternehmensbereich ziemlich sauer im Zitronengelb und der Brause-Club im beliebten Waldmeistergrün dar.

Unternehmen

Ansonsten zeigt sich die Unternehmensseite sehr inhaltslos. Ein Foto in fast schon beleidigender „Qualität“ versucht den Werdegang des Brausetütchens zu zeigen. Schade, dass man hier nur die jüngste Fassung ganz sehen kann. Die älteren Versionen werden von den Nachfolgern weitestgehend verdeckt. Der kurze Anrisstext daneben leitet einen dann zur Seite über die Firmengeschichte weiter. Die beiden anderen Unterseiten „Philosophie“ und „Standort“ werden lediglich im Untermenü in der Sidebar verlinkt.

Das Untermenü tanzt im Design aus der Reihe. Es wirkt wie ein fertiges Plugin, welches dort eingefügt wurde. Beim „Abscannen“ der drei Sidebar-Textelemente (Überschrift, Unterpunkte, Anrisstext für Brause-Buch) muss das Auge drei unterschiedliche Abstände zum Sidebarrand kompensieren. Eine durchdachte und gut umgesetzte Website-Rasterung sieht anders aus!

Der Unternehmensbereich auf ahoj-brause.de
Der Unternehmensbereich auf ahoj-brause.de

Folgt man dem Link zur angepriesenen Ahojstory wird einem endlich lesbarer Inhalt präsentiert. Nach einem kurzen Absatz über die aktuellen Produktionszahlen folgt eine in Flash umgesetzte Timeline. Von 1925 bis heute werden alle wichtige Ereignisse aufgezeigt. Durch die Timeline navigiert man klickbasiert von Jahr zu Jahr. Die Vorzüge von Flash werden hier überhaupt nicht eingesetzt. So ist das Navigieren durch die Timeline weder animiert, noch besonders gut nutzbar. Denn man kann immer nur einen Sprung pro Klick machen. Ein flüssiges Navigieren durch Gedrückthalten der Maustaste über mehrere Jahre hinweg ist nicht möglich. Für die gebotene Funktionalität hätte ein javascriptbasierte Implementierung viel mehr Sinn gemacht. Diese hätte außerdem den Vorteil, dass die Inhalte auch maschinenlesbar (für Google & Co) gewesen wären und auch die Fallbacklösung für Besucher ohne Flash und mit abgeschaltetem Javascript wäre durch intelligente Programmierung ohne weiteres möglich gewesen.

Die Unternehmensgeschichte komplett in Flash
Die Unternehmensgeschichte komplett in Flash

Produkte

Ein ganz wichtiger Punkt bei der Selbstdarstellung von Unternehmen ist immer die Präsentation des Portfolios bzw. der Produkte. Hiermit kann man richtig punkten oder aber viel Potential verschenken. Frigeos Brause bietet eigentlich einen optimalen Ansatzpunkt für die emotional ansprechende und konsumentenbezogene Produktpräsentation. Doch schnöde und langweile Verpackungsabbildungen und eine ewig ladende Produktnavigation verderben einem gehörig den Spaß, sich durch die Brausewelt zu klicken.

Auch die gezeigten Produktinfos verdienen den Namen Information eigentlich nicht. Ein kurzer Werbetext – das war’s. Ein Verweis auf andere Geschmacksrichtungen, Infos über aktuelle Aktionen zum Produkt oder das Jahr der Markteinführung wären hier sicher nicht schlecht platziert.

Die Produktdarstellung auf ahoj-brause.de geht gar nicht!
Die Produktdarstellung auf ahoj-brause.de geht gar nicht!

Die Produktnavigation hält auch noch eine Überraschung parat: Klickt man auf eine Rubrik, z. B. Ahoj-Bonbons, startet in der Navigation eine Roll-Animation. Doch noch bevor die Animation beendet ist wird die gesamte Seite neu geladen. Auch die Produktnavigation baut sich dadurch natürlich neu auf und führt die begonnene Animation ad absurdum.

Brause-Club

Der Name für den „Community“-Bereich klingt vielversprechend. Aber kann er halten, was er verspricht?

Der Community-Bereich "Brause-Club"
Der Community-Bereich „Brause-Club“

Auch hier verpasst es Frigeo bereits auf der Club-Startseite die Unterseiten anzupreisen. Stattdessen wird hier vom „Treffpunkt für alle Brause-Fans“ gesprochen. Die Teilnahme an der Community ist aber nur über einen Eintrag in das Gästebuch möglich. Für den Austausch untereinander verweist Frigeo darauf, dass die Emailadressen im Gästebuch veröffentlicht werden und man die anderen Nutzer direkt anschreiben könne. Im Beitragsformular ist zwar das Emailfeld nicht als erforderlich markiert, aber es wird auch nicht erneut darauf hingewiesen, dass die Emailadresse im Beitrag veröffentlicht wird.

Ebenfalls im Brause-Club sind die E-Cards platziert. Wer jetzt damit rechnet, hier E-Cards mit Ahoj-Brause-Bezug vorzufinden, hat die Rechnung ohne das Milchmädchen gemacht. Die sechs angebotenen E-Cards zeigen liebevoll gezeichnete Fantasieszenen, die allerdings auch gut zu einem Kinderfernsehsender passen würden. Die Möglichkeit von der Übersicht zum Formular für den Versand einer E-Card zu gelangen versteckt sich hier hinter dem jeweiligen Bild oder Link mit dem Text „Weiter“. Hier hätte man wesentlich eindeutiger formulieren können. Im Gegensatz zum allgemeinen Kontaktformular der Seite lässt sich die E-Card aber nicht ohne ausgefüllte Felder abschicken, sondern es wird auf die fehlenden Eingaben hingewiesen. Ein ganz grober Fehler ist, dass im gesamten E-Card-Bereich der Header inklusive der Navigation einfach leer bleibt. Zu einem anderen Bereich der Seite gelangt man nur noch, indem man zunächst auf eine andere Unterseite des Brause-Clubs wechselt.

Auf der E-Card-Seite fehlt der komplette Kopfbereich
Auf der E-Card-Seite fehlt der komplette Kopfbereich

Weitere Seiten im Brause-Club enthalten lieblos präsentierte Rezeptideen, die TV-Spots sowie eine Seite, die das Brause-Buch zum Kauf anpreist.

Der Rest der Internetseite umfasst notwendige, aber wenig interessante Seiten, wie zum Beispiel einen Pressebereich mit ganzen zwei Meldungen, eine FAQ, Kontaktbereich, Sitemap und Impressum.

Fazit

Kleinigkeiten, wie die Platzierung von Text in Bildern oder Flash oder die abgebrochenen Animationen in der Produktnavigation ziehen sich bedauerlicherweise durch den gesamten Internetauftritt. Die ganze Seite wirkt dadurch unfertig, nicht markengerecht und kurzgesagt zusammengewürfelt.

Eine Webseite, die dem Bekanntheitsgrad und Beliebtheit der Marke Ahoj-Brause entspricht, sieht anders aus. Hier wäre viel mehr drin!

Einzelkritik

  • Markenpräsenz: 4/5
    Die Marke ist auf fast jeder Seite, allein schon über das prägnante Logo im Header, präsent. Da der restliche Content meist mit Produktfotos bebildert wird, ist auch im Inhalt die Marke nicht zu übersehen. Farbwahl und Verspieltheit der Gestaltung entsprechen der Marke.
  • Kundentonalität: 2/5
    Es ist eine freche, junge Tonalität für die Webseite gewählt worden. Das „Du“ wurde konsequent in den Texten der Seite durchgesetzt. Die Abbildungen sprechen aber die „Sie“-Sprache. Hier hätte man sich wesentlich besser auf die Zielgruppe einstellen können.
  • Markeninvolvierung: 2/5
    Auf der Internetseite der Ahoj-Brause bleibt man Außenstehender. Zu keinem Zeitpunkt verschwindet die virtuelle Schaufensterscheibe zwischen Besucher und Marke. Gerade auf einer Markenseite sollte der Besucher in die Marke involviert werden, um eine positive Bindung zu erzeugen.
  • Technische Umsetzung: 1/5
    Durch die Mängel in der Umsetzung wird der Besucher oft an einer flüssigen Seitennavigation gehindert. Die Flashelemente laden sehr langsam und die Seite wirkt insgesamt unfertig. Es sieht auch nicht so aus, als ob hier dran gearbeitet würde.

Die Bewertung erfolgt anhand subjektiver Entscheidungskriterien und Erfahrungswerten im Analysezeitraum 5. Oktober 2009.

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3 Kommentare

  1. Liebes Ahoi Brause team

    meine frage an sie wäre,
    es gibt ja viele leute die allergien haben,
    wie ich zum beispiel.
    ich trinke gerne dieses brauspulver
    und kann mir aber nur zei sorten heraus nehmen
    Himbeere und Waldmeister.
    mein vorschlag wäre und auch eine bitte wäre
    könnten sie himbeeere und waldemeister nicht mal nur jewals eine packung machen das wäre mal ein vorschlag von mir.
    ich würde mich über eine antwort von ihnen freune

    MFG

    Manuela Foitzik

  2. Simon Rabente sagt:

    Hallo Manuela,

    bitte habe Verständnis dafür, dass wir dir leider nicht weiterhelfen können. Du hast diesen Kommentar zu einem drei Jahre alten Blogpost geschrieben, der zwar von (der Website von) Ahoj-Brause handelt, jedoch nicht von dem Unternehmen veröffentlicht wurde. Wir sind eine Internet-Agentur, die nicht in Zusammenhang mit Ahoj-Brause steht.

    Solltest du dich an das Unternehmen wenden wollen, kannst du das auf deren Facebook-Seite tun:
    https://www.facebook.com/AhojBrause

    Viele Grüße
    Simon

  3. Simon Rabente sagt:

    Hallo Manuela,

    Ahoj Brause bitte dich, deine Anfrage an die folgende E-Mail-Adresse zu richten:

    „Hallo Simon, vielen Dank für Deine Nachricht. Bitte leite uns die Emailadresse der Nutzerin weiter, damit wir Ihr persönlich antworten können. Am besten schickst Du uns eine Email an info@frigeo.de. Wir werden Ihr dann schnellstmöglich antworten. Sollte Euch diese nicht vorliegen, schicke uns bitte den Link von Eurem Blog an unsere Emailadresse. Vielen Dank und prickelnde Grüße, Dein Ahoj-Brause Team“