Snackable Content

Snackable Content: Keine Sterneküche, aber lecker!

Heißhunger kennt wohl jeder. Dann ist üblicherweise der nächste Snack nicht weit, um dieses Bedürfnis zu stillen. Beim Streifzug durchs Internet verhält es sich durchaus ähnlich. Selbst bei Anhängern umfangreicher Blogartikel lässt irgendwann die Konzentration nach – wir hoffen, bei Ihnen heute nicht! Angesichts von sinkenden Aufmerksamkeitsspannen (2000: 12 Sek., 2013: 8 Sek.) ist es also erst recht kein Wunder, dass sich „Snackable Content“ großer Beliebtheit erfreut.

Dabei ist die Bezeichnung keinesfalls negativ zu verstehen. Dies lässt sich allein an „Snack“ erkennen, was ja viel positiver klingt als etwa „Fast Food Content“ (dieser Begriff existiert wohlgemerkt nicht). Snack eignet sich ohnehin am besten, weil es sowohl auf effektive Inhalte als auf ihre schnelle Konsumierbarkeit ankommt.

Was bedeutet „snackable“?

Schauen wir uns zunächst einmal an, was ein Snack eigentlich genau ist. Man kann das Wort mit „kleine Mahlzeit“ oder „Imbiss“ übersetzen. Wenn man also von Snacks im übertragenen Sinne spricht, so sind zwei vergleichbare Eigenschaften zentral: 1. Angenehmer Geschmack (= Unterhaltung) und 2. geringe Menge (= kurze Posts, Videos, etc.).

Snackable Content ist keine neue Richtung im Online Marketing und auch kein neuer Name für etwas Altbekanntes. Stattdessen bringt sie einen wichtigen Trend treffend zum Ausdruck – „kleine“ Inhalte, die mühelos konsumiert werden können. Die Metaphorik ist dabei, wie man gesehen hat, durchaus treffend. Es ist darüber hinaus kein Zufall, dass es nicht „Snack Content“ heißt.

Denn das Adjektiv „snackable“ (= geeignet, um schnell gegessen zu werden) führt auch auf einen anderen, nicht weniger interessanten Weg: Es macht nämlich auch deutlich, dass man ja Inhalte, die nicht dieser Form entsprechen, anpassen bzw. für Zwecke der Bewerbung „herunterbrechen“ kann. Ganz nach dem Motto: „Make it snackable!“

Bei diesem Aspekt geht es darum, die eigenen Inhalte so anzuteasern, dass sie Aufmerksamkeit erregen. Dieses Thema spielt gerade im Online-Journalismus eine große Rolle. Doch nicht nur Online-Portale und die digitalen Auftritte von Zeitungen nähern sich an. Content Marketing darf hier aufgrund seiner Nähe zu journalistischen Inhalten und seinem Anspruch nicht vergessen werden.

Formen von Snackable Content

Sicherlich könnte man trefflich darüber streiten, ob nun Tweets zu Snackable Content zählen oder nicht. Ihre Kürze (140 Zeichen) macht sie jedoch zu effektiv, um sie zu ignorieren. Und warum auch einschränken? Üblicherweise wird daher Text nicht ausgegrenzt. Hinzu kommt, dass auch Memes kein lupenreiner Visual Content sind. Letzterer ist natürlich im Vorteil und oft einfach viel effektiver. Wie dem auch sei, hier sind einige empfehlenswerte Snacks, die wir Ihnen für Ihre hungrigen Nutzer empfehlen können:


Memes
: Ein schwierig zu definierendes, virales Internet-Phänomen. Bekannt sind vor allem solche Memes, die bekannte Motive der Populärkultur mit witzigen Kommentaren versehen. Hier wird Grumpy Cat mit einem Kleidungsstück einer zentralen Figur der Hit-Serie „Game of Thrones“ ausgestattet, wobei noch ein wörtliches Zitat hinzukommt. Dies sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert und Spaßfaktor.

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Vines
: Maximal sechs Sekunden lange Videos auf dem gleichnamigen sozialen Netzwerk. Hier gehören extravagante Gestaltung längst zum Standard, um aus der Masse hervorzustechen. Mittels der einfachen Bedienung lassen sich raffinierte Stop-Motion-Videos wie dieses realisieren:

Instagram-Posts: Allerspätestens seit dem Durchbrechen der 300-Millionen-Grenze hat wohl jeder das Foto-Sharing-Netzwerk auf dem Schirm. Text wird auf Instagram äußerst spärlich eingesetzt und dient primär dem Setzen von zielgruppengerechten Hashtags. Ein Imbiss muss, wie bereits erwähnt, nicht stillos sein, ganz im Gegenteil:

Green Flash. #SetYourSights Ein von Michael Kors (@michaelkors) gepostetes Foto am

 Gifs: Diese Abkürzung steht für Graphics Interchange Format. Dabei werden Bilder ohne Verlust kompressiert, sodass sie übereinander liegen. Daher ergibt sich in Browsern der Eindruck einer Animation. Man kann sich gas Ganze auch wie ein animiertes Meme vorstellen:

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Quelle: BBC/Doctor Who.

Tweets: Posts auf Twitter sind bekanntlich äußerst kurz. Diese Beschränkung fordert jedoch durchaus die Kreativität heraus. In der Kürze kann eben doch oft die sprichwörtliche Kürze liegen. Zudem lassen sich auch Elemente wie Emojis auf Twitter geschickt einbinden:

Mobile Nutzung und die Folgen

Es sei jetzt einmal dahingestellt, ob die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs wirklich eine Sekunde länger als die unsrige ist oder nicht. Jeder Smartphonebesitzer weiß nur zu gut, wie schnell Ungeduld und Frustration beim mobilen Surfen zuschlagen (im Übrigen ist dies letztlich auch ein Grund für das Google Mobile-Friendly Update).

In diesem Sinne hat die mobile Nutzung den Trend hin zu Snackable Content nur verstärkt, aber nicht hervorgerufen. Ihr Erfolg ist größtenteils gewissermaßen der Katalysator für die hier vorgestellten Formate. Gleichzeitig sollte jetzt kein Aktionismus ausbrechen.

Wie so oft führt Ausgewogenheit zum Erfolg. BuzzFeed etwa, die bekannt sind für ihre Meme-Listen, erreichten Anfang April die meisten Shares mit langen Textbeiträgen. Gleichzeitig produziert man aber weiterhin Snackable Content, experimentiert und passt sich an.

Fazit

Obwohl es zunächst wie ein Buzzword klingen mag, bringt Snackable Content auf den Punkt, was viele User, gerade wenn sie mit den Smartphone surfen, oftmals suchen: Kurzweilige und leicht verständliche Inhalte. Einen leckeren Content-Imbiss eben. Das bedeutet wiederum nicht, dass sich jetzt jedes Unternehmen unbedingt auf Instagram und Co. tummeln und Memes am laufenden Band sharen sollte. Aspekte wie Image, Branche und Zielgruppe sind natürlich entscheidend.

Man sollte auf jeden Fall wissen, welche kleinen Formate existieren und wie man sie zielführend einsetzt. Nur so kann man der Konkurrenz voraus sein. Die Idee des Snackable Content hat einen gewissermaßen pädagogischen Zweck – gerade um als Marketingverantwortlicher Entscheider zu überzeugen. Es geht darum, einen entscheidenden Trend im Online-und Social-Media-Bereich geschickt zu illustrieren. Dementsprechend sind solche Snack-Vergleiche ein probates Hilfsmittel. Jetzt haben wir jetzt aber doch ein wenig Hunger – Sie auch?

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