Blogger Relations: So funktioniert die Zusammenarbeit von Unternehmen mit Bloggern.

Blogger Relations: Darauf sollten Unternehmen achten

Blogger schreiben mit Hingabe über ihre Lieblingsthemen und sind dabei größtenteils nicht auf externen Input angewiesen. Sie suchen sich selbst aus, worüber sie schreiben möchten, sind nicht an Entscheidungen anderer gebunden und lassen sich nicht sagen, mit wem sie zusammenarbeiten und mit wem nicht. Dabei wissen sie genau, was sie Unternehmen bieten können und möchten auch dementsprechend geschätzt werden.

Von dieser Zusammenarbeiten profitieren alle Seiten – Unternehmen, Blogger und Leser. Es versteht sich von selbst, dass dabei immer Transparenz gewahrt bleiben sollte. Alles andere wäre schlechter Stil. Dies ist für Blogger natürlich eine Grundsatzfrage.

Denn am wichtigsten in der Blogger-Szene sind das eigene Image und Vertrauen der Leser. Unternehmen und Agenturen sollten sich dieses Selbstverständnis immer wieder vor Augen führen, bevor sie Blogger kontaktieren. Zunehmend setzen sie nämlich auf deren Unterstützung – und die gesamte Beziehung bezeichnet man aus Sicht des Auftraggebers als Blogger Relations.

Warum viele Unternehmen auf Blogger Relations setzen

Die Antwort liegt auf der Hand: Blogger liefern den Lesern persönliche und ehrliche Einblicke und schreiben somit über Themen, mit denen sie sich voll und ganz identifizieren. Dementsprechend sind private Blogs weitaus authentischer und transparenter als Hochglanzmagazine oder TV-Werbung. Sie werden als unabhängigere Anlaufstellen wahrgenommen, die weitestgehend unvoreingenommen über bestimmte Themen berichten.

Denn die Zeiten, in denen sich man sich ausschließlich über klassische Medien informierte, sind längst vorbei. Immer mehr Leute greifen auf Online-Inhalte zurück, um sich dort vorgefilterte Informationen aus ihren vertrauten Quellen, darunter zahlreiche Blogs, zu holen. Darüber hinaus entsteht zwischen Bloggern und ihren Stammlesern eine gewisse Nähe und damit auch gegenseitiges Vertrauen. Und genau hier liegt der Vorteil der sogenannten Blogger Relations.

Ein Unternehmen oder eine Agentur baut eine Beziehung zu Bloggern auf, die bereits einen guten Draht zu ihren Lesern haben. So tritt der Blogger als Vermittler zwischen dem Unternehmen und der relevanten Zielgruppe auf und kann – wenn alles richtig läuft – als Markenbotschafter fungieren. Kein Wunder also, dass erfolgreiche Social Media Influencer mit ihren Blogs längst auf dem Radar vieler Unternehmen und Agenturen sind.

Das haben Blogger von der Zusammenarbeit

Warum arbeiten also so viele Blogger mit Unternehmen zusammen? Das ist wohl die Frage aller Fragen. Wie so oft hängt es vom konkreten Einzelfall ab. Jeder Blogger besitzt eine individuelle Motivation, wenn er sich auf eine Kooperation mit einem Unternehmen einlässt. Sei es, um selbst Kontakte zu knüpfen oder die eigene Reichweite zu erhöhen. Generell gilt: Im Kern muss immer die Überzeugung für das Produkt oder Unternehmen stehen.

Daher sollten Unternehmen versuchen, Blogger nicht nur mit Geld zu überzeugen, sondern auf andere, „tiefere“ Dinge oder spezifische Anreize zu setzen. Wie wäre es denn zum Beispiel, wenn man den Bloggern eine Plattform für ihre Inhalte zur Verfügung stellt? Oder ihnen Veranstaltungen bietet, auf denen sie ihren Blog und ihre Ansichten präsentieren können? Auf diese Weise helfen Unternehmen Bloggern tatkräftig dabei, die eigene Reichweite zu erhöhen und mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Aber natürlich ist auch Geld wichtig.

Ungeschriebene Gesetze des Bloggens

Scheinbar vergessen Unternehmen oft Folgendes: Blogger tauschen sich natürlich untereinander über Erfahrungen mit bestimmten Anbietern und Herstellern aus. Wer sich also einmal einen Fehltritt erlaubt, hat es zukünftig schwer, in der Blogosphäre Fuß zu fassen.

Auf unpersönliche Massen-E-Mails, die nur danach schreien, den mühsam aufgebauten eigenen Blog als billige Werbefläche zu nutzen, reagieren Blogger verständlicherweise allergisch. Und wenn es doch ein Unternehmen wagt, dementsprechend aufzutreten, verbreitet sich dies auch innerhalb kürzester Zeit in der Blogger-Welt und kann schnell nachteilige Folgen haben.

Denn Blogger können theoretisch schnell für eine schlechte Reputation sorgen. Auch allgemein formulierte Rundmails à la „Sehr geehrte Damen und Herren“ finden keinen Anklang und werden rigoros aussortiert. Doch was fürs Marketing so negativ klingt, ist die eigentliche Stärke der Blogger: Authentizität! Und genau das macht sie bei den Lesern so glaubwürdig und bei den Unternehmen als „Marketinginstrument“ so populär.

Im Grunde ist es also nicht schwer. Wenn Sie respektvoll, wertschätzend, persönlich und transparent mit attraktiven Anfragen den Kontakt zu Bloggern aufnehmen, können durchaus produktive Beziehungen entstehen. Aber nicht vergessen: Mit dem Aufbau einer Beziehung ist es nicht getan, denn Beziehungen wollen gepflegt werden – und das individuell und dauerhaft.

So funktionieren Blogger Relations

1. Ziele definieren und in Ruhe planen

Wichtig ist zunächst, die eigenen Ziele zu definieren, die mit der Blogger Relation erreicht werden sollen. Erst dann ist es sinnvoll, geeignete Social Media Influencer ausfindig zu machen und den Kontakt zu ihnen aufzunehmen.

Bevor der Kontakt hergestellt wird, sollten Sie sich jedoch unbedingt ausreichend über den jeweiligen Blog informieren: Welche Themen werden behandelt? Eignet sich mein Produkt überhaupt dazu, von diesem Blogger erwähnt zu werden? In welcher Regelmäßigkeit wird gebloggt? Wie publiziert die jeweilige Person seinen Blog? Wer gehört zum bestehenden Netzwerk? Wie groß ist die potenzielle Reichweite?

2. Zeit für gründliche Recherche nehmen

Sich ausreichend zu informieren, bedeutet nicht, die nächstbesten aktuellen Artikel eines Blogs zu lesen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um die Person hinter dem Blog kennenzulernen und einen wohlüberlegten, persönlichen Kontakt herzustellen – und zwar als Partner, nicht als Vertriebskanal.

So entdecken beziehungsweise verstehen Sie, wie Sie dem Blogger vielleicht helfen können, um noch erfolgreicher zu werden. Denn vor dem Nehmen kommt stets das Geben. Vielleicht gibt es Themen, die er mit Ihrer Hilfe bearbeiten kann. Oder Sie bieten ihm exklusive Einblicke, über die er dann auf seinem Blog berichtet.

Zeigen Sie sich von Ihrer großzügigen Seite. Geben Sie dem Blogger alle Informationen und Unterstützung, die er benötigt und die Sie guten Gewissens bieten können. Natürlich ist auch eine finanzielle Unterstützung denkbar, allerdings sollte diese nur auf Nachfrage angeboten werden, da sonst der Eindruck entstehen könnte, dass die Meinung des Bloggers gekauft werden soll. Jedoch sollten Sie sich immer beusst sein, dass die Reichweite des Bloggers einen bestimmten Wert hat.

3. Blogger individuell ansprechen

Bei der Ansprache sollten sie in jedem Fall auf unpersönliche Massen-Mails verzichten. Besser ist es, den Blogger persönlich und individuell anzuschreiben, entweder über ein soziales Netzwerk oder per E-Mail.

Eine Kontaktaufnahme per Telefon ist natürlich auch möglich. So merken Sie sofort, wenn Ihr Gegenüber etwas missversteht oder eine andere Position einnimmt. Auch ein wichtiger Punkt: Seien Sie immer offen und ehrlich! Erfolgreiche Blogger wissen, warum sie kontaktiert werden, also spielen Sie mit offenen Karten.

4. Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Wenn Sie als Unternehmen mit einem guten Blogger zusammenarbeiten, sollten Sie ihm die nötigen Freiheiten lassen. Er wird genau wissen, was er tut. Nur gemeinsam schaffen Sie es ans Ziel.

Auf Augenhöhe bedeutet dabei einfach, einander mit Respekt und Vertrauen zu begegnen. So ist es ja in allen Branchen. Dass beide Seiten ohnehin aufeinander angewiesen sind, versteht sich ja quasi von selbst.

Fazit: Geben und Nehmen

Ziel ist es, eine offene und ehrliche Beziehung zu Bloggern herzustellen. Solche Beziehungen erfordern Zeit und Geduld. Binden Sie also den Blogger auch in Ihre eigenen Publikationen ein und unterstützen Sie ihn. Beispielsweise können Sie einen seiner Beiträge auf Ihrer Facebook-Seite weiterempfehlen, aufgreifen oder zitieren.

Wichtig ist es auch, die Zielgruppe des Bloggers zu involvieren, denn eines dürfte klar sein: Blogger wollen primär ihren eigenen Lesern interessante Inhalte liefern. Denken Sie also darüber nach, wie Sie das Engagement dieser Leser steigern und sie involvieren können.

Wenn Sie diese aufwändige Vorarbeit geleistet haben und nun öffentliche Unterstützung für ihre Produkte oder Events suchen, kommt der spannende Teil des Influencer Marketings: Werden Sie aktiv – und bleiben Sie immer transparent.

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